Große Bitcoin-Investoren haben in den vergangenen Monaten wieder kräftig zugelegt. Wallets mit 1.000 bis 10.000 Bitcoin, sogenannte Wale, haben ihren gemeinsamen Bestand seit Dezember um etwa 240.000 Bitcoin (BTC) erhöht. Damit erreicht diese Gruppe 3,09 Millionen Bitcoin, das höchste Niveau seit dem 11. November 2025.

Große Investoren nutzen Kursrückgänge für Zukäufe
Das ist bemerkenswert, da Bitcoin im November noch eine deutliche Korrektur erlebte. Der Bitcoin Kurs fiel damals um etwa 18 Prozent zurück, von 103.500 Dollar auf 85.000 Dollar. Inzwischen scheinen große Investoren diesen Rückgang genutzt zu haben, um ihre Positionen erneut auszubauen.
Auch Langfristinvestoren bleiben eine entscheidende Größe. Ihr gemeinsamer Bestand ist auf 14,57 Millionen Bitcoin gestiegen, nahe früherer Akkumulationshöchststände. Gleichzeitig verkauften sie in den vergangenen 30 Tagen nur 42.100 Bitcoin. Das ist eines der niedrigsten Verkaufsniveaus des Jahres 2026.

Institutionelle Nachfrage übertrifft Verkaufsdruck
Nicht nur Wale sind aktiv. Auch institutionelle Investoren scheinen ihr Engagement in Bitcoin zu erhöhen. Laut Daten aus dem Crypto Market Compass-Bericht von Bitwise kauften institutionelle Akteure im letzten Monat etwa 92.900 Bitcoin hinzu.
Demgegenüber standen laut On-Chain-Daten nur 14.900 Bitcoin an netto Verkaufsdruck. Mit anderen Worten: Die Nachfrage großer Akteure liegt derzeit deutlich über dem Angebot, das auf den Markt kommt.
Das ist wichtig für das Kursgeschehen. Wenn Wale, Langfristinvestoren und institutionelle Akteure weiterhin Bitcoin aufkaufen, nimmt das frei handelbare Angebot ab. In einem solchen Umfeld kann der Kurs relativ schnell steigen, sobald die Nachfrage weiter zunimmt.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Bitcoin sofort neue Höchststände erreicht. Es zeigt jedoch, dass die zugrunde liegende Marktstruktur stabiler wird. Große Akteure scheinen die aktuellen Kurse nicht für einen massiven Verkauf zu nutzen, sondern vielmehr, um ihre Positionen auszubauen.
Kurzfristige Lage bleibt anfällig
Trotzdem ist das technische Bild kurzfristig weniger überzeugend. Auf dem Vier-Stunden-Chart bildet Bitcoin bei rund 79.400 Dollar möglicherweise ein Doppeltop. Der Kurs wurde dort in der vergangenen Woche zweimal abgewiesen, wobei der zweite Rückgang mit schwächeren Kaufvolumina einherging.

Dadurch könnte Bitcoin kurzfristig zunächst in Richtung der Liquiditätszonen um 74.700 und 73.700 Dollar zurückfallen. Besonders das letztere Niveau ist wichtig, da es mit einem früheren höheren Tief und einer Unterstützung auf einer höheren Zeitskala zusammenfällt.
Solange Bitcoin über dieser Zone bleibt, bleibt die breitere Aufwärtsstruktur intakt. Ein Rückgang auf 73.700 Dollar muss also nicht sofort negativ sein. Er kann auch als Reset dienen, bei dem der Markt testet, ob auf niedrigeren Niveaus erneut genügend Nachfrage vorhanden ist.
Negative Funding könnte Short Squeeze auslösen
Auch der Derivatemarkt sendet gemischte Signale. Laut Analyst Darkfost wurde auf Binance innerhalb einer Stunde ein Verkaufsvolumen von über 1,2 Milliarden Dollar verzeichnet. Das trug zu dem scharfen Rückgang am Sonntag bei.
Gleichzeitig blieben die Funding Rates tief negativ. Auf 30-Tage-Basis sollen sie bei etwa -7 Prozent liegen, einem der niedrigsten Werte überhaupt. Das bedeutet, dass viele Händler auf der Short-Seite stehen.
Paradoxerweise könnte das positiv wirken. Wenn Bitcoin über 80.000 Dollar ausbricht, könnten Short-Positionen geschlossen werden müssen. Dadurch entsteht Kaufdruck, der die Aufwärtsbewegung zusätzlich verstärken kann. Ein solcher Short Squeeze würde das mögliche Doppeltop ungültig machen und das Momentum erneut zugunsten der Bullen drehen.
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