Der Kryptomarkt erlebte letzte Woche eine turbulente Phase. Mittlerweile zeichnet sich eine vorsichtige Erholung ab, doch die Unsicherheit bleibt bestehen. In den kommenden Tagen stehen wichtige Ereignisse an, die entscheidend für die Marktstimmung und damit auch für die Kursentwicklung sein könnten.
Reden der Fed und Daten stehen im Rampenlicht
Diese Woche werden mehrere Wirtschaftsberichte veröffentlicht und verschiedene Mitglieder der Federal Reserve (Fed) äußern sich mit neuen Einsichten. Es besteht die Möglichkeit, dass dies zu erhöhter Volatilität auf den Märkten führen könnte. Dies sind die wichtigsten Ereignisse, die man im Auge behalten sollte.
Neue Daten, die auf eine lockerere Politik hindeuten, könnten dem Markt zugutekommen. Heute, am 29. September, beginnt gleich ein wichtiger Tag. Fünf Mitglieder des Fed-Vorstands sprechen öffentlich. Ihr Ton könnte viel über zukünftige Zinsentscheidungen verraten.
Morgen steht die Auszahlung von 1,6 Milliarden Dollar von FTX an die Gläubiger an. Ebenfalls wichtig sind die JOLTS-Daten: Diese Statistiken zeigen monatlich die Anzahl der offenen Stellen in den USA und geben damit einen Einblick in den Arbeitsmarkt. Je schwächer die Zahlen, desto wahrscheinlicher sieht Powell Spielraum für Zinssenkungen.
Danach folgen weitere Zahlen, die ein Bild der amerikanischen Wirtschaft zeichnen. So gibt der ISM-Industrieindex einen Hinweis auf die Gesundheit des industriellen Sektors. Am 2. Oktober erhalten wir neue Daten zu Erst- und Folgeanträgen auf Arbeitslosenhilfe, was Einblick in die Stärke des Arbeitsmarktes und mögliche Anzeichen einer Abkühlung gibt.
Die Woche endet mit dem US-Arbeitsmarktbericht. Dies sind die Zahlen, auf die die globalen Finanzmärkte am meisten achten, da sie entscheidend für die Zinspolitik der Fed sind. Die Zahlen waren in den letzten Monaten durchgehend enttäuschend: Das Beschäftigungswachstum blieb zurück und frühere Berichte wurden stark nach unten korrigiert.
So wurden die Zahlen von April 2024 bis März 2025 kürzlich um ganze 911.000 Arbeitsplätze nach unten korrigiert, die größte Korrektur in der Geschichte des amerikanischen Arbeitsmarktes. Diese verschlechternde Tendenz war einer der Hauptgründe für die Fed, die Zinsen zu senken, da der Arbeitsmarkt deutliche Abkühlungszeichen zeigt.
Möglicher Shutdown in den USA steht bevor
Zusätzlich droht ab Mittwoch, dem 2. Oktober, ein möglicher Stillstand der US-Regierung, da noch kein genehmigter Haushaltsplan vorliegt, was dazu führen könnte, dass einige Bundesdienste vorübergehend eingestellt werden.
Für den Kryptomarkt könnte dies kurzfristig zu Volatilität führen, da Investoren in Zeiten politischer Instabilität Risiken meiden möchten. Dennoch warnt der Ökonom und Analyst Alex Krüger davor, dies zu übertreiben: Laut ihm sind solche Shutdowns langfristig meist „nicht mehr als ein Störgeräusch“ für risikoreiche Vermögenswerte wie Bitcoin.
Powell hält die Märkte in Atem
Die Nervosität auf dem Markt wurde letzte Woche vor allem durch Aussagen von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell angefacht. Powell warnte, dass die Inflation immer noch hartnäckig genug sei, um wachsam zu bleiben. Die Fed versucht, einen Ausgleich zwischen der Bekämpfung der Inflation und dem Schutz des Arbeitsmarktes zu finden. Investoren befürchten jedoch, dass die Zentralbank bei Zinssenkungen zurückhaltender sein könnte als zuvor erhofft.
Niedrigere Zinsen machen Geld billiger und pumpen so mehr Geld in die Wirtschaft. Es steht einfach mehr Geld zur Verfügung, das investiert werden kann.
Zum Zeitpunkt des Schreibens sind die Erwartungen an eine Zinssenkung im Oktober immer noch hoch. So rechnet der Futuresmarkt eine Wahrscheinlichkeit von 89,3 Prozent ein, dass die Zinsen im Oktober gesenkt werden. Auf der Prognoseplattform Polymarket schätzen Investoren die Chance auf eine einzelne Senkung derzeit auf 81 Prozent. Darüber hinaus rechnen sogar knapp 4 Prozent mit einer doppelten Senkung.
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