Nach der Korrektur der letzten Woche zeigt sich der Kryptomarkt heute tiefgrün. Bitcoin (BTC) erreicht sein höchstes Niveau seit zwei Monaten, während auch kleinere Coins deutlich zulegen. Einige Projekte verbuchen sogar zweistellige Gewinne. Was steckt hinter diesem erneuten Optimismus?
Krypto im Aufwind
Der Bitcoin-Kurs ist in den letzten 24 Stunden um 3,4 Prozent gestiegen. Gegen Mitternacht erreichte er 96.000 Dollar, zum ersten Mal seit dem 16. November.

Auch Altcoins profitieren von der Aufwärtsbewegung. Ethereum (ETH) steigt um 6,7 Prozent auf über 3.330 Dollar. Cardano (ADA) fällt mit einem Anstieg von 9 Prozent auf.
Der größte Ausreißer unter den Top 100 ist Story (IP), ein Projekt, das sich auf das Management und den Handel von geistigem Eigentum über die Blockchain konzentriert. Der Coin steigt innerhalb von 24 Stunden um über 27 Prozent.
Positive makroökonomische Signale treiben Bitcoin-Kurs
Gestern wurden die neuen Zahlen des Verbraucherpreisindex (CPI) veröffentlicht. Diese zeigen, dass die US-Inflation im Dezember stabil bei 2,7 Prozent blieb, wie erwartet. Der CPI misst die durchschnittliche Preisveränderung von Waren und Dienstleistungen und gilt als wichtiger Indikator für die Inflation.
Die Kerninflation (ohne Lebensmittel und Energie) lag bei 2,6 Prozent im Jahresvergleich. Dies ist etwas niedriger als erwartet und somit ein positiver Faktor für den Markt.
Am vergangenen Freitag veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics die neuesten US-Arbeitsmarktdaten. Diese waren enttäuschend: Es kamen lediglich 50.000 neue Arbeitsplätze hinzu, während Ökonomen zuvor mit etwa 70.000 gerechnet hatten.
Die Zahlen sind ein deutliches Signal für eine Abkühlung des Arbeitsmarktes. Sie erhöhen den Druck auf die US-Notenbank, die Zinsen zu senken.
Laut derselben Veröffentlichung blieb die Arbeitslosenquote im Dezember bei 4,4 Prozent. Das bedeutet, dass der Anteil der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken ist, als er noch bei 4,6 Prozent lag.
Hoffnung auf Zinssenkung wächst
Die hohe Inflation war bisher der Hauptgrund für die Federal Reserve (Fed), die Zinsen hoch zu halten. Doch da die Inflation stagniert und das Beschäftigungswachstum nachlässt, könnte Raum für eine Lockerung der Geldpolitik entstehen.
Das ist für Investitionen wie Krypto vorteilhaft. Ein niedrigerer Zinssatz macht Kredite günstiger und sorgt für mehr Liquidität am Markt, die dann in risikoreiche Vermögenswerte fließt.
Trotzdem rechnet der Markt noch nicht mit einer sofortigen Senkung. Laut der Terminmarktprognose liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Januar bei nur 2,8 Prozent. Das liegt vor allem an den Äußerungen von Vorsitzendem Jerome Powell und der leicht gesunkenen Arbeitslosigkeit.
Neue Kryptogesetzgebung in Sicht
Auch in Bezug auf die Regulierung sind die Signale positiv. Der CLARITY Act steht diese Woche zur entscheidenden Abstimmung im US-Senat. Bei einer Zustimmung könnte das erhebliche Auswirkungen auf den Kryptosektor haben. Die endgültige Diskussion über das Gesetz wurde jedoch auf Ende des Monats verschoben.
Das Gesetz soll endgültig klären, welche digitalen Vermögenswerte als Wertpapiere gelten und welche nicht. So können Krypto-Unternehmen sich besser an die Vorschriften halten und ohne Angst vor Rechtsstreitigkeiten innerhalb der USA agieren.
Short Squeeze und technischer Ausbruch
Heute Morgen konnte man bereits lesen, dass es sich um einen technischen Ausbruch von Bitcoin handelt. Der Kurs hat einen wichtigen Widerstand durchbrochen, was den Weg für einen großen Sprung geebnet hat.
Daten von CoinGlass zeigen zudem, dass gestern fast 600 Millionen Dollar an Short-Positionen liquidiert wurden. Das sind Positionen, bei denen Händler mit geliehenem Geld auf einen Kursrückgang setzen.
Als der Bitcoin-Kurs stark stieg, wurden diese Wetten automatisch geschlossen. Dies geschieht durch den Rückkauf von Bitcoin auf dem Markt, was zusätzlichen Kaufdruck erzeugt. Diese erzwungenen Käufe trieben den Kurs weiter nach oben und verstärkten den Anstieg in kurzer Zeit.
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