Bitcoin (BTC) und der Rest des Kryptomarkts haben es im Moment nicht leicht. Und das, obwohl das Weiße Haus diese Woche seinen allerersten pro-Krypto-Präsidenten begrüßen durfte. Das klingt etwas widersprüchlich – wie passt das zusammen?
Trump enttäuscht Krypto-Investoren
Der Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen im November hat den Krypto-Bullenmarkt beflügelt. Bitcoin erlebte eine historische Rallye auf Rekordhöhen, und Altcoins stiegen noch rasanter an.
Nach einer Rallye von über 60 % erreichte Bitcoin Mitte Dezember seinen Höchststand von 108.000 $ und nahm sich dann eine kurze Verschnaufpause. Der Kurs fiel unter 90.000 $, doch die Investoren warteten voller Erwartung auf die Amtseinführung von Trump als neuen Präsidenten.
Trump präsentierte sich während seiner Kampagne als der „Krypto-Präsident“, der das Chaos der Biden-Regierung beseitigen würde. Er versprach, das Land in eine Bitcoin-Supermacht zu verwandeln, mit dem größten Versprechen, eine strategische nationale BTC-Reserve aufzubauen.
Lange Zeit blickten Investoren erwartungsvoll auf den Tag, an dem er offiziell Bidens Platz einnehmen würde. Es wurde viel spekuliert, was er an seinem ersten Tag alles in Bezug auf seine vielen Krypto-Pläne erreichen würde.
Doch es blieb überraschend still. Kryptowährungen wurden in seiner Eröffnungsrede nicht erwähnt, und von den mehr als 200 Executive Orders (Anordnungen, die ohne Zustimmung des Kongresses umgesetzt werden können), die sofort unterzeichnet wurden, betraf keine einzige Bitcoin oder Krypto.
Nun zweifelt man an Trumps Ernsthaftigkeit, die Krypto-Industrie bestmöglich zu unterstützen. Die größte Sorge ist dabei, ob Bitcoin tatsächlich noch in die Staatskasse aufgenommen wird.
Der Optimismus rund um Trumps Amtsantritt spiegelt sich deutlich im Bitcoin-Kurs wider. Wenige Stunden vor der Amtseinführung erreichte Bitcoin ein Allzeithoch von 110.000 $, doch seitdem ist der Kurs um mehr als 7 % gefallen und liegt aktuell knapp unter 102.000 $.
Ist die Unsicherheit berechtigt?
Natürlich ist es enttäuschend, dass Trump nicht sofort eine Anordnung unterzeichnet hat, um Bitcoin in die Staatskasse aufzunehmen. Es ist auch verständlich, dass man sich fragt, ob er es mit seinen Aussagen während seiner Kampagne überhaupt ernst gemeint hat.
Doch Trump ist erst seit wenigen Tagen im Weißen Haus. Es gibt bereits erste Entwicklungen, die zeigen, dass die neue Trump-Regierung es mit der Unterstützung der Industrie ernst meint.
So hat die Securities and Exchange Commission (SEC) eine Krypto-Taskforce eingerichtet, um klare und transparente Krypto-Regulierungen zu entwickeln. Außerdem hat der SEC-Vorsitzende Gary Gensler, der in den letzten Jahren einen Krieg gegen die Industrie geführt hat, bereits seinen Rücktritt erklärt. Er wird durch den Krypto-Befürworter Paul Atkins ersetzt – vorausgesetzt, er wird vom Senat bestätigt.
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