Der Goldpreis ist in den letzten Monaten stark gestiegen und hat kürzlich die Marke von 4.500 Dollar pro Unze überschritten, auf dem Weg zum besten Jahr seit 1979. Gleichzeitig bleibt Bitcoin (BTC) zurück und viele Altcoins verzeichnen erhebliche Verluste. Das erscheint widersprüchlich, da Gold und Bitcoin oft als Absicherung gegen Inflation und einen schwächeren Dollar betrachtet werden.

In der Praxis funktioniert es jedoch anders: Gerade in Zeiten der Unsicherheit kann ein steigender Goldpreis ein negatives Signal für Bitcoin sein.

Gold als sicherer Hafen, Bitcoin als Risiko

Wenn Anleger nervös werden, verschiebt sich das Kapital in Richtung Sicherheit. Gold hat seit Jahrhunderten den Ruf eines sicheren Hafens und profitiert direkt von zunehmender Unsicherheit. Bitcoin hingegen wird von vielen institutionellen Investoren noch immer als riskantes Asset angesehen. Das bedeutet, dass Bitcoin gerade dann verkauft wird, wenn Angst und Zurückhaltung überwiegen.

Der aktuelle Markt zeigt dies deutlich. Trotz eines schwächeren Dollars und sinkender Anleihekurse gelingt es Bitcoin nicht, wichtige Widerstandsniveaus zu durchbrechen, während Gold ein neues Rekordhoch nach dem anderen erreicht. Das zeigt einen grundlegenden Unterschied in der Art und Weise, wie Investoren derzeit beide Vermögenswerte sehen.

Kapital tendiert zu einer Anlageklasse

Anleger verfügen nicht über unbegrenzte Mittel. Wenn Gold stark performt, zieht es Kapital an, das sonst in Aktien oder Krypto hätte fließen können. Im Jahr 2025 ist dieser Unterschied auffällig groß. Silber verzeichnet einen Gewinn von über hundert Prozent, Gold mehr als sechzig Prozent, während Bitcoin leicht negativ notiert und Altcoins erhebliche Verluste aufweisen.

Jahresleistung der wichtigsten Vermögenswerte im Jahr 2025 (Quelle: Tradingview)

Dies verdeutlicht, dass die aktuelle Goldrally nicht aus allgemeiner Risikobereitschaft resultiert, sondern vielmehr aus dem Gegenteil. Geld fließt in Sicherheit und weg von spekulativen Anlagen.

Die Goldrally als Warnsignal

Der jüngste Anstieg des Goldpreises ist technisch und historisch gesehen außergewöhnlich. Der Preis brach aus einem symmetrischen Muster aus und stieg in kurzer Zeit um mehrere Prozentpunkte, ähnlich wie frühere Ausbrüche, die von starken Bewegungen gefolgt wurden. Basierend auf früheren Entwicklungen könnte Gold im Jahr 2026 sogar in Richtung 5.300 bis 5.700 Dollar pro Unze steigen, obwohl viele Analysten zunächst eine Konsolidierungs- oder Korrekturphase erwarten.

Wichtig ist, dass solche starken Goldbewegungen oft nicht mit gesunden Marktbedingungen einhergehen. Im Gegenteil, sie deuten meist auf Ängste vor wirtschaftlicher Abschwächung, geopolitischen Spannungen oder finanzieller Instabilität hin. In solchen Umgebungen schneiden riskante Assets historisch gesehen schlecht ab.

Korrekturen betreffen oft alle Märkte

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass große Goldrallys in der Vergangenheit oft von starken Korrekturen gefolgt wurden. Diese Korrekturen variierten zwischen zwanzig und fast siebzig Prozent. Wenn eine solche Phase eintritt, bedeutet das nicht automatisch, dass Bitcoin davon profitiert. In vielen Fällen fallen alle Assets gleichzeitig, und Anleger suchen vorübergehend Zuflucht in Bargeld.

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