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Der Kryptomarkt erlitt Anfang Juni einen erneuten schweren Schlag. Innerhalb von 24 Stunden verdampften fast 7 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung, während Bitcoin (BTC) kurzzeitig unter die Marke von 66.000 Dollar fiel. Dabei wurden rund 1,8 Milliarden Dollar an gehebelten Positionen liquidiert.
Auf den ersten Blick schien der Rückgang plötzlich zu kommen. Doch unter der Oberfläche waren die Warnsignale laut Analysten schon länger sichtbar. Der Markt war voller Hebelpositionen, die Finanzierungsraten stiegen an und ein seltener Verkauf durch Strategy gab den entscheidenden Anstoß.
Unmittelbar vor dem Crash war der Derivatemarkt extrem anfällig. Das Leverage-Ratio der Bitcoin-Futures stieg am 2. Juni auf 2,63 Prozent. Diese Kennzahl misst, wie viel geliehenes Geld in Futures im Verhältnis zur Größe des Bitcoin-Marktes steckt.

Dieses Niveau lag nahe an der Situation vor dem Crash im Oktober 2025. Damals erreichte dasselbe Verhältnis rund 2,73 Prozent, kurz vor einer heftigen Liquidationswelle.
Der Markt hatte also erneut massiv auf steigende Kurse gesetzt. Das macht ihn anfällig. Wenn der Bitcoin Kurs dann zu fallen beginnt, müssen Long-Positionen automatisch geschlossen werden. Dadurch entsteht zusätzlicher Verkaufsdruck und der Rückgang kann sich beschleunigen.
Auch die Finanzierungsraten zeigten, dass der Markt aus dem Gleichgewicht geraten war. Am 2. Juni stieg die Finanzierungsrate bei Perpetual Futures auf etwa 0,018, den höchsten Stand seit Anfang September.

Positive Finanzierung bedeutet, dass Long-Positionen zahlen, um ihre Positionen offen zu halten. Je höher diese Gebühr, desto mehr Druck herrscht auf der Long-Seite. Das ist oft gefährlich. Wenn fast alle in eine Richtung spekulieren, reicht ein negativer Auslöser aus, um den Markt kippen zu lassen.
Dieser Auslöser kam am 1. Juni. Strategy, das Unternehmen von Michael Saylor, das als größter institutioneller Bitcoin-Inhaber bekannt ist, gab einen seltenen Bitcoin-Verkauf bekannt.
Für ein Unternehmen, das jahrelang vor allem kaufte und hielt, war das symbolisch bedeutend. Auch wenn der Verkauf relativ klein war, traf er die Stimmung hart. Investoren sahen es als Zeichen, dass selbst der überzeugteste institutionelle Bitcoin-Käufer nicht mehr ausschließlich akquiriert.
Laut Santiment fiel die Stimmung anschließend in Richtung extreme Angst. In einem Markt, der bereits mit Hebeln voll war, reichte das aus, um die ersten Dominosteine zu kippen.
Auch große Investoren verkauften ihre Bitcoin. Wallets mit 10 bis 10.000 Bitcoin warfen laut Santiment innerhalb einer Woche 24.602 BTC ab. Kleine Anleger kauften kaum dagegen. Adressen mit weniger als 0,01 BTC fügten nur 61 Bitcoin hinzu.
Dieser Unterschied zeigt, dass der Verkaufsdruck vor allem von großen Akteuren kam, während der Einzelhandel nicht genug Aufnahmekapazität hatte, um den Rückgang abzufedern.
Laut CryptoQuant sank die Nachfrage nach Bitcoin um etwa 232.000 BTC pro Monat. Das deutet darauf hin, dass das Problem nicht nur bei Makrodaten, Öl oder Aktien lag, sondern vor allem bei Bitcoin selbst.
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