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Bitcoin (BTC) ist in den vergangenen sechs Wochen massiv eingebrochen. Auch Gold und Silber stehen deutlich unter Druck. Während Wall Street unterdessen seine beeindruckende Aufwärtsrally fortsetzt, stellen sich viele Anleger logischerweise berechtigte Fragen.
Seit dem 11. Mai ist Bitcoin um 29 Prozent eingebrochen. Der Kurs fiel von rund 82.000 Dollar auf 58.000 Dollar.

Gold verlor im selben Zeitraum 17 Prozent. Für den wertvollsten Vermögenswert der Welt ist das ein massiver Rückschlag.

Das Edelmetall verzeichnete keine einzige positive Woche. Damit ist es die schwächste Serie seit Ende 2016. Erstmals seit November vergangenen Jahres ist der Kurs wieder unter 4.000 Dollar je Feinunze (etwas mehr als 31 Gramm) gefallen.
Silber unterliegt schon immer stärkeren Schwankungen als Gold, da es nicht nur ein sicherer Hafen, sondern auch ein Industriemetall ist. Dies spiegelt sich nun in einem Rückgang von 38 Prozent wider.

Alle drei Anlageklassen stehen im Grunde schon das ganze Jahr unter Druck. Bitcoin hat 2026 bereits 40 Prozent verloren, Gold liegt seit dem Hoch 29 Prozent tiefer, und Silber verzeichnet mit minus 54 Prozent den stärksten Rückgang.
In den letzten zwei Jahren waren Bitcoin, Gold und Silber weitestgehend die gleichwertige Anlageform. Und nun geben sie gemeinsam nach.
Diese Anlagestrategie hat einen Namen: den „Debasement-Trade“. Dahinter steht die Idee, dass hohe Staatsausgaben und steigende Staatsverschuldung den Wert des Papiergeldes langsam untergraben.
Deshalb investieren Anleger in knappe Vermögenswerte, die kein Staat nachdrucken kann. Gold und Silber sind die älteste Variante, Bitcoin ist mit seiner Obergrenze von 21 Millionen Coins die digitale Variante.
Doch alle drei stehen seit Längerem unter Druck. Denn Zinssenkungen durch die US-Notenbank sind nicht mehr in Sicht. Der Markt preist inzwischen sogar zwei Zinserhöhungen bis März 2027 ein.
Die Erwartungen an eine restriktivere Geldpolitik kamen zunächst durch den Iran-Krieg und die darauf folgenden höheren Energiepreise auf. Der Ölpreis liegt inzwischen wieder auf dem Niveau von vor dem Krieg. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh machte bei seiner ersten Pressekonferenz jedoch deutlich, dass Preisstabilität für das Gremium Priorität hat.
„Wir haben das fünf Jahre lang vernachlässigt, und das werden wir wieder in Ordnung bringen“, sagte er und bezog sich dabei auf das Inflationsziel von 2 Prozent.
Die Zinserwartungen wirken sich auf den Anleihemarkt aus: Staatsanleihen werden höhere Renditen abwerfen.
Gold, Silber und Bitcoin zahlen selbst keine Zinserträge aus und haben daher derzeit stark zu leiden. Wer davon profitiert, ist der Dollar. Und das übt wiederum weiteren Druck auf alle anderen Vermögenswerte aus, da sie für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten teurer werden.

Theoretisch sind die hohen Zinsen auch schlecht für Aktien. Die Kreditaufnahme wird für Unternehmen teurer, was deren Gewinne drückt. Und zukünftige Gewinne sind heute weniger wert, was vor allem teure Wachstumsaktien trifft.
Doch die Börse ignoriert das. Die KI-Fantasie ist ein so starker Treiber, dass die hohen Zinsen dagegen bislang kaum ins Gewicht fallen.
Ein Lichtblick für BTC-Halter: Die Kryptowährung entwickelt sich seit Februar besser als beide Edelmetalle. Gegenüber Gold liegt Bitcoin gut 30 Prozent im Plus, gegenüber Silber mehr als 55 Prozent. Fehlt nur noch der Dollar.
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