Ethereum notiert deutlich unter seinem Höchststand, doch unter Händlern herrscht bemerkenswerter Optimismus. Trotz eines Rückgangs von über 40 Prozent im Vergleich zum Rekordniveau von 2025 bleibt ein Kursziel von 10.000 Dollar, und laut einigen sogar mehr, klar im Fokus.
Korrektur innerhalb eines größeren Aufwärtstrends
Der Ethereum-Kurs liegt derzeit bei etwa 2.900 Dollar. Das ist deutlich niedriger als das Hoch von über 4.900 Dollar im vergangenen Sommer und etwa 14 Prozent unter dem Jahreshoch von 2026. Doch sehen viele Analysten diese Bewegung vor allem als technische Korrektur innerhalb eines breiteren Aufwärtstrends.
Laut verschiedenen Tradern testet Ethereum momentan entscheidende Unterstützungsniveaus. Solange diese Zonen halten und später zurückerobert werden, bleibt das größere bullische Szenario intakt. In diesem Bild gehört keine direkte Einsturzgefahr, sondern eine Phase der Konsolidierung, bevor der nächste Impuls folgt.
Technische Muster deuten nach oben
Ein wichtiges Argument stammt aus der sogenannten Wyckoff-Analyse, einer klassischen Methode zur Untersuchung von Marktstrukturen und Phasen der Akkumulation und Distribution. Analystin Annie erklärt, dass die aktuelle Struktur „so gut wie abgeschlossen“ sei und Ethereum auf einen letzten Ausbruch warte. In diesem Szenario sei ein Kurs von 10.000 Dollar erreichbar.
Andere Analysten betrachten vor allem lange Zyklen. Historisch gesehen hatte Ethereum starke Aufwärtsphasen, jedoch mit abnehmenden prozentualen Renditen pro Zyklus. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wäre ein Hoch zwischen 10.000 und 15.000 Dollar innerhalb des aktuellen Marktzyklus plausibel.
Es wird auch auf die Beziehung zur globalen Liquidität und den Aktienmärkten hingewiesen. In früheren Zyklen hinkte Ethereum oft kleineren US-Aktien, wie denen im Russell 2000-Index, hinterher. Diese Verzögerung scheint sich nun zu wiederholen. Wenn Ethereum diese Bewegung aufholt, könnte das einen starken Impuls für den gesamten Altcoin-Markt bedeuten.
Onchain-Signale bleiben bemerkenswert stark
Nicht nur die technische Analyse stützt den Optimismus. Auch unter der Haube des Netzwerks sind klare Aktivitätssignale zu sehen.
Die Anzahl der täglichen Transaktionen auf Ethereum erreichte Mitte Januar ein Rekordhoch von fast 2,8 Millionen. Das entspricht einem Anstieg von etwa 20 Prozent innerhalb eines Monats. Die Anzahl der aktiven Adressen stieg sogar um rund 50 Prozent. Das weist auf eine zunehmende Nutzung des Netzwerks hin, trotz des fallenden Preises.
Zugleich sind die Transaktionskosten stark gesunken. Die täglichen Gebühren liegen auf dem niedrigsten Stand seit fast neun Jahren. Das mag widersprüchlich klingen, wird aber von vielen Analysten als positiv angesehen. Niedrigere Kosten machen das Netzwerk für Nutzer und Entwickler attraktiver, insbesondere im Vergleich zu konkurrierenden Blockchains.

Auffällig ist, dass die Anzahl neuer Smart Contracts auf Rekordniveau steigt. Das deutet darauf hin, dass Entwickler weiterhin aktiv bauen, auch in einer Phase, in der der Markt wenig Enthusiasmus zeigt.
Keine Garantie, aber ein asymmetrisches Profil
Wichtig bleibt, dass kein Modell oder Muster Garantien bietet. Der Markt kann länger schwach bleiben, insbesondere wenn sich die makroökonomischen Bedingungen verschlechtern. Doch viele Händler sehen eine Verschiebung im Risiko-Ertrags-Verhältnis.
Die Argumentation ist einfach: Das Abwärtsrisiko scheint begrenzt, solange wichtige Unterstützungsniveaus intakt bleiben, während das Aufwärtspotenzial bei einer Rückkehr von Liquidität und Risikobereitschaft erheblich ist. In diesem Licht bleibt ein Ethereum-Kurs von 10.000 Dollar für diesen Zyklus für viele Analysten „auf dem Tisch“.
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