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Kryptoanalysten richten den Blick bereits wieder auf den nächsten großen Kursanstieg von Bitcoin (BTC), der nach dem klassischen Vierjahreszyklus noch in diesem Jahr einsetzen müsste. Die Kursziele sind ambitioniert: Prominente Analysten nennen 300.000 bis sogar 500.000 Dollar.

Doch ein hartnäckiges Muster spricht gegen diese Erwartungen. Mit jedem neuen Zyklus fallen die Ausschläge beim Bitcoin-Kurs kleiner aus.

Der Vierjahresrhythmus

Anders als Gold oder Aktien bewegt sich Bitcoin (BTC) historisch in klar erkennbaren Zyklen von rund vier Jahren, die sich um das Halving drehen. Bei diesem Ereignis wird die Vergütung für Miner halbiert, wodurch das Wachstum der neu entstehenden Bitcoin sinkt.

Das erste Halving fand 2012 statt. Das fünfte ist für April 2028 geplant. In früheren Zyklen erreichte der Bitcoin-Kurs etwa anderthalb Jahre vor dem Halving seinen Tiefpunkt. Danach folgte ein Bullenmarkt, der seinen Höhepunkt meist 16 bis 18 Monate nach dem Halving erreichte. Sollte sich dieses Muster erneut wiederholen, könnte der nächste große Kursanstieg noch in diesem Jahr beginnen und 2029 seinen Höhepunkt erreichen.

Auf Grundlage dieses historischen Musters rechnen viele Analysten mit einer neuen Rekordrally. Der erfahrene Händler Peter Brandt erwartet einen Höchststand zwischen 300.000 und 500.000 Dollar. Auch die Analysten Gautam Chhugani und Mahika Sapra von der Investmentbank Bernstein gehen für 2029 von einem Bitcoin-Kurs von 500.000 Dollar aus, unter anderem wegen der anhaltenden Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs.

Die ernüchternde Rechnung

Wer die Höchststände der vergangenen Marktzyklen gegenüberstellt, erkennt einen klaren Trend. Bitcoin erreichte 2013 einen Höchststand von rund 266 Dollar. Vier Jahre später stieg der Kurs auf fast 20.000 Dollar und lag damit etwa 75-mal höher als beim vorherigen Hoch. 2021 folgte ein Höchststand von rund 69.000 Dollar, ein Plus um den Faktor 3,5 gegenüber 2017. Der Rekord vom Oktober 2025 lag bei 126.000 Dollar und damit nur noch 1,8-mal über dem vorherigen Höchststand.

Bitcoin markiert zwar in jedem Zyklus ein neues Rekordhoch, die Renditen nehmen aber deutlich ab. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wirkt ein Kurs von 300.000 Dollar weniger selbstverständlich. Dafür müsste der Bitcoin-Kurs gegenüber dem Hoch von 2025 um mehr als den Faktor 2,4 steigen, während dieser Multiplikator seit Jahren sinkt.

Die Erklärung liegt nahe. Je stärker Bitcoin zu einer größeren und reiferen Anlageklasse heranwächst, desto mehr Kapital ist nötig, um den Kurs deutlich nach oben zu treiben. Selbst die beispiellosen Stützungsmaßnahmen während der Coronapandemie führten am Ende zu einem Anstieg von „nur“ dem Faktor 3,5 gegenüber dem vorherigen Zyklus. Auch die Rekordzuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs und die bislang größte institutionelle Beteiligung mündeten im vergangenen Zyklus in einen deutlich geringeren Anstieg um den Faktor 1,8.

Das bedeutet nicht, dass ein Bitcoin-Kurs von 300.000 oder sogar 500.000 Dollar unmöglich ist. Die historischen Daten zeigen jedoch, dass solche Kursziele einen deutlich größeren Sprung erfordern, als es der Trend der vergangenen beiden Zyklen nahelegt.

Reife ist kein schlechtes Zeichen

Das heißt nicht, dass Bitcoin ausgereizt ist. Im Gegenteil: Die sinkenden Renditen zeigen vielmehr, dass der Markt erwachsen wird. Während Bitcoin früher von Spekulation und einer vergleichsweise kleinen Anlegergruppe getrieben wurde, ist der Markt heute deutlich größer und liquider.

Mit ETFs, Futures, Optionen und anderen Finanzprodukten haben sich die extremen Kursschwankungen abgeschwächt. Bitcoin ähnelt dadurch zunehmend einem reifen Finanzmarkt und immer weniger dem wilden Westen der Anfangsjahre.

Langfristig ist das eher positiv als negativ. Ein stabilerer Markt passt zu einem Finanzwert, der weltweit von Anlegern, Unternehmen und Institutionen immer ernster genommen wird. Zugleich bedeutet diese Reife, dass die spektakulären Kurssprünge der Vergangenheit wohl seltener werden. Wer weiterhin mit einem explosiven Anstieg auf 500.000 Dollar in nur einem Zyklus rechnet, stellt sich gegen einen Trend, der seit zwölf Jahren immer deutlicher sichtbar wird.

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