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Europäischen Banken droht der Verlust von Kunden, wenn sie sich nicht um das Thema Krypto kümmern. Eine neue groß angelegte Studie zeigt, dass mehr als ein Drittel der europäischen Anleger für bessere Krypto-Dienstleistungen zu einer anderen Bank wechseln würde. Und genau das ist der Grund, warum immer mehr Banken einlenken.

Jeder Dritte will wechseln

Das Marktforschungsinstitut Marketagent befragte im Auftrag von Börse Stuttgart Digital rund 6.000 Menschen in Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich. Von ihnen geben 35 Prozent an, ernsthaft einen Anbieterwechsel in Betracht zu ziehen, wenn ein Konkurrent bessere Dienstleistungen im Bereich Kryptowährungen anbietet.

Spanien führt die Liste mit 40 Prozent an, gefolgt von Italien (35 Prozent) und Frankreich (33 Prozent). Deutschland bildet mit 29 Prozent das Schlusslicht.

Etwa ein Viertel der Befragten besitzt bereits Krypto. Auch hier liegt Spanien mit fast 28 Prozent an der Spitze, während Deutschland bei 25 Prozent liegt und Italien und Frankreich etwas darunter.

Das Vertrauen liegt bei der Bank

Zwar scheinen Krypto-Börsen der Naheliegendste Ort zu sein, um Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH) zu kaufen, doch laut der Studie vertrauen europäische Investoren ihrer eigenen Bank über doppelt so häufig bei Kryptodiensten als spezialisierten Plattformen.

Das ist bemerkenswert, denn Kryptowährungen waren eigentlich als Alternative zu einem System gedacht, in dem Banken das Ruder in der Hand haben.

Auch Banken haben ihre Dellen abbekommen, doch der Zusammenbruch von FTX hat das Vertrauen in Kryptobörsen bereits erheblich erschüttert. Und offenbar wiegt eine lange Erfolgsgeschichte letztendlich schwerer als die Kritik, die Banken manchmal einstecken müssen.

Das bietet eine enorme Chance für Banken, doch sie müssen sich beeilen. Fast jeder fünfte Befragte erwartet, innerhalb von drei Jahren Kryptowährungen über die eigene Bank kaufen zu können.

Krypto bleibt komplex

Gleichzeitig haben viele Anleger noch Schwierigkeiten mit der Materie. Über 60 Prozent fühlen sich schlecht informiert und 69 Prozent bezeichnen Kryptowährungen als zu kompliziert. Auch die Unsicherheit hinsichtlich der Regulierung spielt eine große Rolle: 76 Prozent sind der Meinung, dass Kryptowährungen unzureichend reguliert und daher risikobehaftet sind.

Gerade in diesem Punkt scheint sich das Blatt zu wenden. Die europäische MiCA-Gesetzgebung ist ein neues europäisches Regulierungskonzept für Krypto-Unternehmen mit Vorschriften zu Lizenzen, Verbraucherschutz und Aufsicht. Fast die Hälfte der Befragten gibt an, durch diese Vorschriften mehr Vertrauen in Kryptowährungen zu gewinnen.

„Vertrauen und klare Regulierungen sind essenziell für die nächste Phase der Krypto-Adoption in Europa. Mit MiCAR, das Transparenz und Rechtssicherheit bringt, erhalten Investoren die erwartete Klarheit“, sagte Matthias Voelkel, CEO der Börse Stuttgart Group.

Seit die MiCA-Gesetzgebung Ende 2024 vollständig in Kraft trat, müssen Banken keine separate Lizenz mehr für Kryptodienste beantragen; eine einfache Meldung bei der Aufsichtsbehörde ist ausreichend. Dies hat eine Welle von Markteintritten ausgelöst.

Die spanische BBVA ermöglichte im Juli 2025 als erste Großbank den Handel mit Bitcoin und Ether in ihrer App. Im Februar folgte die belgische KBC. In Deutschland führt die DZ Bank eine Krypto-Plattform für 700 Genossenschaftsbanken ein, und auch das französische BPCE, Santander und Trade Republic sind in den Markt eingetreten.

Die Nachfrage der Kunden ist schlichtweg zu groß geworden, um sie zu ignorieren, und da immer mehr Konkurrenten diesen Schritt gehen, wollen die Banken nicht zurückbleiben.

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