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Ethereum (ETH) steht vor einer umfassenden Erneuerung. Mitgründer Vitalik Buterin hat seine neue „Lean Ethereum“-Roadmap vorgestellt. Der mehrjährige Plan soll das Netzwerk schneller, sicherer und nutzerfreundlicher machen.
Im Mittelpunkt stehen drei Themen: Schutz vor künftigen Quantencomputern, mehr Privatsphäre für Nutzer und ein effizienteres Netzwerk, das mehr Transaktionen verarbeiten kann. Buterin sieht die Tragweite der Pläne in einer ähnlichen Größenordnung wie bei The Merge im Jahr 2022.
Ein zentraler Bestandteil der Roadmap ist die Vorbereitung auf Quantencomputer. Die Technologie befindet sich zwar noch in der Entwicklung, Experten gehen jedoch davon aus, dass solche Rechner langfristig leistungsfähig genug werden könnten, um die Sicherheit heutiger kryptografischer Systeme zu brechen.
Buterin will deshalb nicht warten, bis es so weit ist. Zu den höchsten Prioritäten zählt die Entwicklung einer quantensicheren Lösung für die sogenannten Blobs. Diese Technik hilft Ethereum dabei, Transaktionen günstiger und effizienter zu verarbeiten.
Auch der Datenschutz soll in den künftigen Plänen eine deutlich größere Rolle spielen. Nach Ansicht Buterins muss das Netzwerk seine Nutzer besser schützen. Nahezu alle Bereiche von Ethereum sollen in den kommenden drei bis vier Jahren schrittweise erneuert werden.
Neben der Sicherheit will Buterin auch die technische Grundlage von Ethereum überarbeiten. Er schlägt vor, eine neue virtuelle Maschine auf Basis von Technologien wie leanISA oder RISC-V zu entwickeln.
Diese Software bildet das Fundament für Smart Contracts. Mit einer neuen Architektur soll Ethereum mehr Transaktionen verarbeiten, effizienter arbeiten und neue Anwendungen leichter unterstützen können.
Die Pläne kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich auch die Ethereum Foundation selbst deutlich verändert. Im vergangenen Monat teilte die Organisation mit, dass rund 20 Prozent der Beschäftigten gehen. Zudem wird das Budget um etwa 40 Prozent gekürzt, um effizienter arbeiten zu können. In den vergangenen Monaten verabschiedeten sich außerdem mehrere bekannte Entwickler, darunter Hsiao-Wei Wang, Tomasz Stańczak, Tim Beiko und Barnabé Monnot.
In der Kryptobranche wird die Roadmap überwiegend positiv aufgenommen. Der Forscher Dankrad Feist bezeichnet die Pläne als wichtigen Schritt nach vorn, hält einen Umsetzungszeitraum von drei bis vier Jahren jedoch für recht lang. Aus seiner Sicht könnten KI-gestützte Entwicklungstools viele Arbeiten beschleunigen.
Auch der Krypto-Analyst Ignas Fiodorovas bewertet den neuen Kurs positiv. Zweifel hat er allerdings daran, ob der Zeitplan realistisch ist. Die Ethereum Foundation habe sich bei großen Netzwerkupgrades in der Vergangenheit bereits verzögert.
Zudem vermisst er ein wichtiges Thema in den Plänen. Laut Fiodorovas wird kaum über die Tokenomics von Ether (ETH) gesprochen, also die wirtschaftliche Struktur hinter dem Coin. Das fällt auf, weil der Ethereum-Kurs zuletzt zurückblieb und durch den schwächeren Kryptomarkt unter Druck stand.
In den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob Buterin seine ambitionierten Pläne tatsächlich umsetzen kann. Gelingt das, würde Ethereum einen großen Schritt in Richtung eines schnelleren, sichereren und zukunftsfähigen Blockchain-Netzwerks machen.
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