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Visa startet ein Pilotprojekt, mit dem Unternehmen internationale Zahlungen mit Stablecoins statt mit vorab hinterlegten US-Dollar oder Euro abwickeln können. Damit will der Zahlungsriese die Kosten senken und verhindern, dass große Geldbeträge tagelang auf ausländischen Konten festhängen. Das Experiment soll zeigen, ob digitale Token im globalen Netzwerk von Visa unmittelbar einsetzbar sind.
Der Test läuft über Visa Direct, die Echtzeit-Plattform des Zahlungsriesen. Banken, Zahlungsdienstleister und Remittance-Unternehmen können ihre Konten mit Stablecoins wie USDC und EURC von Circle auffüllen. Für Visa gelten diese Token im Rahmen des Pilotprojekts als unmittelbar verfügbare Guthaben für Auszahlungen. Empfänger erhalten ihr Geld in der jeweiligen Landeswährung.
“Das schafft die unmittelbare Möglichkeit, Geld in Echtzeit auf Konten zu senden,” sagt Mark Nelsen, Leiter der Produktentwicklung bei Visa. “Es ist ein effizienterer Kapitaleinsatz, weil man nicht Tage im Voraus einzahlen muss.”
Der Schritt folgt kurz nach der Verabschiedung des US-amerikanischen Genius Act, dem ersten Bundesgesetz, das klare Regeln für Stablecoins festlegt. Laut Nelsen hat dieses Gesetz “alles verändert”: Große Institutionen, die zuvor zögerten, hätten nun mehr Vertrauen in die Nutzung digitaler Token gewonnen.
Stablecoins gelten schon länger als praktisches Mittel, um Geld schnell und günstig über Grenzen hinweg zu bewegen. Unternehmen müssen normalerweise in jedem Land separate Guthaben vorhalten, um lokale Auszahlungen abzudecken. Das kann zu Verzögerungen führen – vor allem an Wochenenden oder Feiertagen. Mit Stablecoins geht das schneller und flexibler.
Darüber hinaus sieht Visa Chancen in weiteren Anwendungen, etwa bei weltweiten Auszahlungen an Gig-Worker oder bei der Ermöglichung direkter Krypto-Abhebungen bei Börsen.
Das Pilotprojekt wird mit ausgewählten Partnern erprobt. Eine breitere Einführung ist für 2026 geplant. Visa schließt nicht aus, künftig einen eigenen Stablecoin aufzulegen, konzentriert sich vorerst jedoch darauf, bestehende Token in sein globales Netzwerk zu integrieren.
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