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Die US-Regierung hat überraschend Krypto-Assets im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar bewegt. Große Bestände an Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) wurden zur Handelsplattform Coinbase transferiert. Das schürt die Sorge vor einem Verkauf. Ist diese Sorge berechtigt?
Nach Daten der Blockchain-Analyseplattform Arkham überwies die Regierung am Montag 3.940 Bitcoin und 30.014 Ether an Coinbase Prime. Zusammen entspricht das rund 297 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 261 Millionen Euro.
Coinbase Prime ist der Geschäftskundenbereich der Kryptobörse Coinbase, über den große Marktteilnehmer ihre Coins verwahren, handeln und verleihen können. Eine Einzahlung bedeutet nicht automatisch einen Verkauf, häufig geht einem Verkauf eine solche Übertragung jedoch voraus.
Die Coins stammen, wie alle Krypto-Bestände der US-Regierung, aus Beschlagnahmungen. Die Bitcoin lassen sich dem Darknet-Händler Ryan Farace und der kollabierten Börse btc-e zuordnen, die Ethereum einem Geldwäschefall um den früheren Oracle-Mitarbeiter Brian Krewson.
Farace wurde 2018 verurteilt, weil er gefälschtes Xanax gegen Bitcoin verkauft hatte. Aus der Haft heraus versuchte er später, mehr als 2.900 BTC über seinen Vater beiseitezuschaffen. 2023 wurde er deshalb erneut verurteilt.
Btc-e zählte zwischen 2011 und 2017 zu den größten Kryptobörsen der Welt. Die Plattform arbeitete ohne wirksame Kontrollen zur Geldwäscheprävention und galt als Drehscheibe für Cyberkriminelle. 2017 beschlagnahmten die USA die Website und Guthaben, nachdem Mitgründer Alexander Vinnik festgenommen worden war.
Krewson soll nach Angaben der Justiz Krypto-Assets im Wert von 54 Millionen Dollar für zwei verurteilte Kokainhändler verwahrt und gewaschen haben. Bei einer Razzia gab er die Passwörter der Wallets heraus, wurde selbst jedoch nie angeklagt.
Im März 2025 unterzeichnete Präsident Donald Trump ein Dekret, wonach beschlagnahmte Bitcoin in eine Strategische Bitcoin-Reserve überführt und dort nicht verkauft werden dürfen. Sämtliche eingezogenen Bitcoin-Bestände landeten damit in der nationalen Staatskasse, ebenso wie die übrigen Coins, die in einen separaten Bestand flossen.
Sollte es sich nun um einen Verkauf handeln, stünde das im Widerspruch zur Anordnung des Präsidenten. Zwingend ist das jedoch nicht, denn Coinbase Prime dient ebenso der Verwahrung und Verwaltung. Zudem gilt das Verkaufsverbot nur für Bitcoin, nicht für die Ethereum in diesem zweiten Bestand.
Die Transaktion vom Montag war eine der größten Bewegungen aus Regierungswallets in diesem Jahr. Im Juni wurden bereits knapp 100.000 Chainlink (LINK) in dieselbe Richtung transferiert, die aus der insolventen Börse FTX und dem Handelshaus Alameda stammten. Im April folgte eine kleinere Bitcoin-Tranche aus dem Bitfinex-Hack von 2016.
Die Wallets der US-Regierung halten Schätzungen zufolge noch Krypto-Assets im Wert von 20,6 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 18,1 Milliarden Euro. Der größte Teil davon entfällt auf Bitcoin, mit etwa 325.000 BTC. Die nun bewegten 297 Millionen Dollar entsprechen kaum 1,4 Prozent dieses Bestands.

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