Der Mittelabfluss von Ethereum-Stakern ist nahezu zum Erliegen gekommen. Erstmals seit dem vergangenen Sommer ist die sogenannte Validator-Exit-Queue fast leer. Gleichzeitig nimmt der Zustrom neuer Staker rasch zu. Analysten sehen dies als Zeichen, dass der Verkaufsdruck auf Ethereum abnimmt.
Mehr Zustrom als Abfluss
Laut Daten von Beaconcha.in stehen derzeit nur noch 32 Ether in der Exit-Queue. Das entspricht einem Rückgang von 99,9 Prozent gegenüber dem Höchststand Mitte September, als über 2,6 Millionen Ethereum auf den Ausstieg warteten. Die Wartezeit, um als Validator auszusteigen, beträgt nun etwa eine Minute.
Während der Mittelabfluss nahezu versiegt ist, kommen immer mehr Mittel dazu. Die Validator-Entry-Queue umfasst mittlerweile etwa 1,3 Millionen Ether, der höchste Stand seit November. Das bedeutet, dass immer mehr Akteure ihre Coins einsetzen, um am Netzwerk teilzunehmen und Staking-Belohnungen zu erhalten.
Laut verschiedenen Branchenexperten deutet dies auf ein zunehmendes Vertrauen hin. „Die Exit-Queue ist praktisch leer. Niemand scheint seine gestakten Ether verkaufen zu wollen“, erklärt ein Entwickler aus dem Ethereum-Ökosystem.
Verkaufsdruck am Markt lässt nach
Das Leeren der Exit-Queue wird oft als positiv für die Preisdynamik angesehen. Validatoren, die aussteigen, tun dies in der Regel, um ihre Ether zu verkaufen oder anderswo neu zu investieren. Bleibt diese Dynamik aus, nimmt der potenzielle Verkaufsdruck ab.
Zudem liegt die Menge an Ether auf Handelsplattformen laut Marktdaten auf dem niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren. Weniger Angebot an Börsen und mehr Ethereum, das im Staking hinterlegt ist, könnte das verfügbare Angebot weiter senken.
Rolle der großen Akteure
Ein wichtiger Treiber des jüngsten Zuflusses ist BitMine, ein Unternehmen mit einer großen Ethereum-Reserve. Das Unternehmen begann Ende Dezember mit großangelegtem Staking und fügte Anfang Januar weitere 80.000 Ether hinzu. Insgesamt sollen inzwischen über 650.000 Ether eingesetzt worden sein.
Solche Bewegungen unterstreichen laut Analysten, dass vor allem große, institutionelle Akteure ihre Ether nicht für den Verkauf vorbereiten, sondern für eher ein langfristiges Engagement im Netzwerk planen.
Zeichen von Vertrauen
Das nahezu vollständige Verschwinden der Exit-Queue bedeutet, dass neue Ausstiegsanfragen sofort bearbeitet werden und es keine Warteschlange mehr für Validatoren gibt, die aussteigen möchten. Das wird als Zeichen der Ruhe und des Vertrauens innerhalb des Ethereum-Netzwerks angesehen.
Ob sich diese Entwicklung auch dauerhaft auf den Ethereum-Kurs übertragen wird, hängt von den allgemeinen Marktbedingungen ab. Kurzfristig scheint jedoch der strukturelle Verkaufsdruck durch das Staking deutlich nachzulassen.
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