Ein schwerer Wintersturm hat große Teile der Vereinigten Staaten fest im Griff. Millionen Menschen kämpfen mit Schnee, Eis und Stromausfällen. Auch das Bitcoin-Netzwerk bleibt nicht verschont. Viele Miner schalten ihre Geräte vorübergehend ab, was zu einem Rückgang der Hash-Rate des Netzwerks führt.

Wintersturm legt amerikanische Bitcoin-Miner teilweise lahm

Die extremen Wetterbedingungen haben dazu geführt, dass ein erheblicher Teil der amerikanischen Bitcoin-Miner ihre Aktivitäten vorübergehend eingestellt hat. In Regionen, in denen das Stromnetz überlastet war, schalteten Mining-Unternehmen freiwillig ihre Geräte aus, um den Druck auf das Stromnetz zu verringern.

Besonders hart getroffen wurde Foundry USA, der größte Miningpool des Landes. Laut Daten von IntoTheBlock sank die Rechenleistung dieses Pools um etwa sechzig Prozent: von einem Höchststand von 328 auf 139 Exahashes pro Sekunde.

Auch andere nordamerikanische Akteure, darunter Luxor und Binance Pool, verzeichneten erhebliche Rückgänge. Insgesamt gingen schätzungsweise 200 EH/s an Rechenleistung offline.

Bitcoin-Netzwerk verlangsamt, Anpassung erwartet

Durch den plötzlichen Rückgang der Hashrate werden neue Blöcke im Bitcoin-Netzwerk langsamer gefunden. Normalerweise wird alle zehn Minuten ein Block hinzugefügt, jetzt dauert es im Durchschnitt zwölf bis dreizehn Minuten. Dies verzögert die Abwicklung von Transaktionen und kann das Vertrauen in die Effizienz des Netzwerks vorübergehend belasten.

Das Bitcoin-Protokoll verfügt jedoch über einen eingebauten Mechanismus, der dies ausgleicht: die „difficulty adjustment“. Diese automatische Anpassung sorgt dafür, dass sich das Netzwerk nach einer Phase hoher oder niedriger Rechenleistung erholt.

Es wird erwartet, dass die Schwierigkeitsgrad bald um etwa 15 Prozent gesenkt wird, was das Mining von Blöcken wieder beschleunigen sollte.

Diese sogenannte Mining-Difficulty reguliert, wie schwierig es ist, neue Blöcke zu finden. Sind mehr Miner aktiv, steigt die Difficulty. Bei einer massenhaften Abschaltung, wie sie jetzt durch das Wetter bedingt ist, senkt das Netzwerk die Schwierigkeit automatisch, um das System im Gleichgewicht zu halten.

Im Wesentlichen dienen Bitcoin-Miner als Puffer für das Stromnetz. Sie verbrauchen Energie, wenn ein Überschuss vorhanden ist, und schalten ab, sobald das Netz unter Druck steht. So tragen sie zur Stabilität der Stromversorgung bei, insbesondere jetzt, da Solar- und Windenergie eine immer größere Rolle spielen.

Wintersturm Fern betrifft Millionen Amerikaner

Miner hatten die Bedrohung durch den Wintersturm bereits vorhergesehen. Der Sturm, offiziell als Wintersturm Fern bezeichnet, erweist sich letztlich als extrem heftig. Mehr als 34 Staaten sind von Schnee, Eisregen und bitterer Kälte betroffen, von den südlichen Regionen bis zur Nordostküste.

Insgesamt gerieten rund 230 Millionen Menschen, fast zwei Drittel der US-Bevölkerung, unter den Einfluss des Unwetters. In mehreren Regionen wurden Rekordmengen an Schnee und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt gemessen. Im Nordosten fielen lokal bis zu 60 Zentimeter Schnee, während Städte wie Chicago gefühlte Temperaturen von minus 40 Grad meldeten.

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