Ein heftiger Wintersturm, der an diesem Wochenende den Süden der Vereinigten Staaten trifft, könnte auch Auswirkungen auf das Bitcoin-Netzwerk haben. Eis und starker Schneefall drohen das Stromnetz zusätzlich zu belasten. Dadurch könnten Miner, die entscheidenden Knotenpunkte, die das Netzwerk sichern und am Laufen halten, ihre Aktivitäten vorübergehend einschränken müssen.
BTC-Miner zuerst vom Netz
Laut dem Wetterdienst AccuWeather könnte sich der „massive Wintersturm“ über ein Gebiet von rund 1.800 Meilen erstrecken, von West-Texas bis zur mittleren Atlantikküste. In mehr als einem Dutzend Bundesstaaten kann der Sturm Stromausfälle verursachen und das tägliche Leben von schätzungsweise 60 Millionen Menschen beeinträchtigen.
In vergangenen Wintern führten ähnliche Wetterbedingungen zu freiwilligen Abschaltungen bei Bitcoin-Miner, insbesondere in Texas. Mining ist nämlich enorm stromintensiv.
Dabei handelt es sich um den Prozess, bei dem Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk überprüft und aufgezeichnet werden. In den Anfangsjahren konnte dies noch mit einem Laptop durchgeführt werden, mittlerweile sind dafür spezialisierte Maschinen erforderlich, die kontinuierlich komplexe Rechenaufgaben lösen.
Der Miner, dem dies als Erstes gelingt, darf einen neuen Transaktionsblock zur Blockchain hinzufügen und erhält dafür eine feste Belohnung in Bitcoin.
Diese Rechenleistung erfordert viel Strom. Große Mining-Unternehmen betreiben zehntausende Maschinen gleichzeitig, oft rund um die Uhr. Ohne stabile und günstige Energieversorgung können diese Maschinen einfach nicht betrieben werden.
Bei Stürmen, wie diesem Eissturm, gerät das Stromnetz unter Druck und Miner sind besonders anfällig. Fällt der Strom aus oder bittet der Netzbetreiber um eine Verringerung des Verbrauchs, müssen die Rigs abgeschaltet werden.
Ein Vorteil des Bitcoin-Netzwerks ist, dass sich das System automatisch an die gesamte Rechenleistung anpasst. Die Rechenaufgaben werden dann etwas vereinfacht, sodass weiterhin etwa alle zehn Minuten ein neuer Transaktionsblock entsteht.
Miner als Puffer für das Stromnetz
Gerade weil Bitcoin-Miner ihre Maschinen schnell an- und ausschalten können, spielen sie eine besondere Rolle. Während eines großen Wintersturms im Jahr 2022 beschlossen texanische Miner, ihre Rigs abzuschalten, um das Netz zu entlasten. Dieses Szenario liegt nun erneut nahe.
Daniel Batten, ESG-Forscher im Bitcoin-Sektor, erwartet, dass die Miner erneut kooperieren.
„Mit extremen Wetterbedingungen, die weltweit immer häufiger auftreten, steigt der Bedarf an Lastenausgleich durch Bitcoin-Mining, insbesondere da immer mehr Solar- und Windenergie in das Stromnetz integriert wird“, so der Experte.
Lastenausgleich bedeutet, dass Miner zusätzlichen Strom nutzen, wenn ein Überschuss besteht, beispielsweise bei viel Sonne oder Wind, und den Betrieb einstellen, wenn das Netz unter Druck steht.
Texas spart Milliarden durch Mining
Dieses System bringt laut Untersuchungen auch finanzielle Vorteile. Ein Bericht des Digital Assets Research Institute besagt, dass Bitcoin-Mining Texas rund 18 Milliarden Dollar eingespart hat. Da Miner flexibel sind, war es weniger notwendig, teure Gaskraftwerke für Spitzenzeiten bereitzuhalten.
Netzbetreiber ERCOT sieht Miner daher als „große flexible Nutzer“. Sie können ihren Stromverbrauch auf Anfrage senken, im Gegensatz zu vielen anderen Industrien.
USA als Schwergewicht im Bitcoin-Mining
Die Vereinigten Staaten sind ein Schlüsselakteur im Bitcoin-Mining. Laut Hashrate Index befinden sich fast 38 Prozent der weltweiten Rechenleistung in den USA. Große Namen wie Marathon Digital Holdings und Riot Platforms betreiben dort enorme Anlagen, insbesondere in Texas, Georgia und New York.
Bitcoin-Kurs sinkt im Mai um 3 %: Was bringt der Juni?
Bitcoin endet im Mai im Minus und zeigt ein bärisches Signal. Was ist von der Kursentwicklung in diesem Monat zu erwarten?
Krypto-Kursupdate: Bitcoin, XRP und BNB geraten heute unter Druck
Heute ist ein blutroter Tag auf dem Kryptomarkt. Bitcoin und die meisten Altcoins verzeichnen starke Rückgänge und die Sorgen nehmen zu.
2,97 Milliarden Dollar aus Bitcoin-ETFs abgezogen: Analysten sehen Kaufsignal
Zehn Tage in Folge verkauften Anleger Bitcoin-Fonds im Wert von 2,97 Milliarden Dollar. Santiment interpretiert die Panik als Hinweis auf einen bevorstehenden Boden.
Meistgelesen
KI prognostiziert XRP-Kurs für 1. Juni 2026
ChatGPT, Gemini und DeepSeek erwarten, dass der XRP-Kurs kurzfristig bei rund 1,34 Dollar verharrt.
Krypto-Analyst erklärt, warum 1.000 XRP seiner Meinung nach lebensverändernd sein können
Krypto-Analyst Steph Is Crypto entwirft drei Szenarien für XRP. 1.000 XRP könnten bis zu 24.000 Dollar erreichen.
XRP-Kurs könnte auf 300 Dollar steigen, sagt Bankexperte
Bankexperte CharuSan prognostiziert einen XRP-Kursanstieg auf 300 Dollar, sollten große Banken Ripples ODL-System nutzen.
