Neue Akteure in der Krypto-Welt richten ihren Blick immer häufiger auf die öffentlichen Kapitalmärkte. Ein US-Unternehmen, das sich auf Tokenisierung spezialisiert, will im nächsten Jahr an die Börse gehen, wie es in einer Pressemitteilung bekanntgab. Die Frage ist, welche Rolle diese Technologie künftig in der Finanzwelt tatsächlich spielen wird – und was eine Börsennotierung daran ändern kann.
Millionen eingesammelt, aber noch kein Gewinn
Es geht um tZero Group, ein Fintech-Unternehmen aus New York, das eine regulierte Plattform für den Handel und die Emission digitaler Wertpapiere über die Blockchain anbietet. Es ist auf Tokenisierung spezialisiert und richtet sich seit 2014 an Unternehmen, die im Rahmen der US-Gesetzgebung Kapital aufnehmen wollen – vor allem im Markt für private Unternehmen und alternative Anlagen.
CEO Alan Konevsky sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, das Unternehmen führe Gespräche mit mehreren Banken, habe sich jedoch noch nicht für ein Institut entschieden, das den Börsengang begleiten wird. Eine zusätzliche Finanzierungsrunde bleibt dabei eine Option, bevor der Schritt an die Wall Street erfolgt.
Derzeit arbeiten etwas mehr als 50 Mitarbeitende bei tZero, und das Unternehmen ist noch nicht profitabel. Es hat jedoch rund 200 Millionen US-Dollar eingesammelt, um weiter zu wachsen. Ein prominenter Investor ist Intercontinental Exchange, der Eigentümer der New York Stock Exchange (NYSE).
Mit Tokenisierung lassen sich bestehende Finanzprodukte, etwa Aktien oder Immobilien, in digitale Token verwandeln, die rund um die Uhr gehandelt werden können. Das Fintech-Unternehmen geht davon aus, dass die Technologie schnellere und reibungslosere Geldflüsse ermöglicht. Ob das tatsächlich so ist, muss die Praxis zeigen.
Immer mehr Krypto-Unternehmen gehen an die Börse
Die Börsenpläne von tZero fallen zusammen mit einer neuen Welle von Krypto-Unternehmen, die den Schritt an die öffentlichen Kapitalmärkte bereits vollzogen haben. In den USA sorgt neue Regulierung für mehr Klarheit. So wurde im Juli der GENIUS Act verabschiedet, und die Politik der Regierung Trump gilt als kryptofreundlich.
Mehrere Unternehmen haben in diesem Jahr bereits eine Notierung erhalten. Circle, bekannt durch die Stablecoin USDC, feierte im Juni sein Börsendebüt an der NYSE und nahm dabei über 1 Milliarde US-Dollar ein. Die Aktie stieg am ersten Handelstag um 167 Prozent. Im August folgte Bullish, die Muttergesellschaft von CoinDesk. Einen Monat später gab auch Gemini sein Börsendebüt an der Nasdaq.
Wie groß die Rolle der Tokenisierung in der Finanzwelt am Ende sein wird, muss die Praxis zeigen. Für tZero ist der Schritt an die Börse ein Beleg dafür, dass diese Technologie einen Platz an der Wall Street verdient. Ob eine öffentliche Notierung das tatsächlich beschleunigt, wird sich zeigen, wenn das Unternehmen 2026 neben anderen börsennotierten Krypto-Akteuren steht.
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