Der US-Dollar sinkt langsam und befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit fünf Wochen. Doch es ist nicht der Rückgang selbst, der die Märkte in Atem hält. Es ist der Grund dahinter, der Investoren nervös macht, und dieser könnte weitreichende Folgen für den Kryptomarkt haben.
Dollar fällt auf lokales Tief
Der Dollarindex (DXY), der den Wert des US-Dollars gegenüber einem Korb anderer wichtiger Währungen misst, fiel am Montag um 0,23 Prozent auf 97,63. Es ist eine relativ niedrige Bewertung. Historisch gesehen schwankt der DXY nämlich meist zwischen 90 und 110.
Der Token erreichte damit ebenfalls sein niedrigstes Niveau seit Ende Juli. Laut vielen Analysten liegt diese Schwäche daran, dass sich Investoren auf eine neue Serie von Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten vorbereiten.
Fed unter Druck nach schwachen Zahlen
Letzten Monat schockierten die Arbeitsmarktzahlen noch die Finanzmärkte. Der US-Arbeitsmarkt erwies sich als viel schwächer als gedacht. So wurden im Juli nur 73.000 neue Jobs geschaffen, weit weniger als die erwarteten 115.000. Und als ob das nicht genug wäre, wurden die Zahlen für Mai und Juni stark nach unten korrigiert. Insgesamt verschwanden damit 258.000 Jobs aus den Statistiken.
Die enttäuschenden Zahlen führten zu einer abrupten Verschiebung in den Zinserwartungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve (US-Zentralbank) die Zinsen im September senkt, stieg an einem Tag von 37,7 Prozent auf über 76 Prozent. Mittlerweile geht der Markt von einer Wahrscheinlichkeit von fast 90 Prozent aus, dass eine Zinssenkung am 17. September angekündigt wird.
Der Fokus der Investoren liegt jetzt vollständig auf dem US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag erscheint. Die Erwartung ist, dass weitere Anzeichen einer Abkühlung die Fed zu Maßnahmen zwingen werden. Vorsitzender Jerome Powell sagte kürzlich jedenfalls schon, dass der Arbeitsmarkt jetzt eine größere Sorge als die Inflation ist. Damit wurde die Tür zu einer Zinssenkung bereits geöffnet.
Für den Kryptomarkt sind Zinssenkungen in der Regel positiv. Günstigere Kredite bedeuten mehr Kapital im Umlauf, und dieses Geld findet oft seinen Weg in risikoreiche Vermögenswerte wie Aktien und digitale Währungen. Der frühere Rückgang des Dollars ging daher auch mit einem Anstieg des Bitcoin-Kurses einher.
Kommt wirklich eine Senkung?
Das Messer schneidet jedoch an zwei Seiten. Wenn der Arbeitsmarktbericht am Freitag unerwartet stark ausfällt, könnte dies das Vertrauen in eine Zinssenkung untergraben. Das würde dem Dollar Auftrieb geben und die Kryptokurse unter Druck setzen. Die kommenden Tage sind also von entscheidender Bedeutung.
Gleichzeitig ist das Bild alles andere als eindeutig: Der Produzentenpreisindex (PPI) von vor zwei Wochen wies gerade auf steigende Inflation hin. Das könnte den Spielraum für Zinssenkungen wieder einschränken.
Laut Ökonomen von Barclays unterschätzt der Markt die Beharrlichkeit der Fed. Sie warnen, dass die Zentralbank die Märkte stark überraschen kann, wenn sie entscheidet, die Zinsen doch nicht zu senken. Ein solcher Beschluss könnte zu starken Korrekturen an den Aktienmärkten und im Kryptosektor führen.
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