Der kürzliche Erlass von US-Präsident Donald Trump, der darauf abzielt, die führende Rolle der USA in der digitalen Finanztechnologie zu stärken, hat in der Europäischen Union (EU) Besorgnis ausgelöst.
Die Dominanz des US-Dollars auf dem globalen Stablecoin-Markt stellt ein wachsendes Problem für europäische Entscheidungsträger dar, die befürchten, dass dies die finanzielle Autonomie der EU schwächen könnte.
Dollar-Dominanz im Stablecoin-Markt
Derzeit machen dollarbesicherte Stablecoins 97 % des globalen Stablecoin-Marktes aus, der einen Wert von 215 Milliarden Dollar hat. Während eines Panels auf der 13. ILF-Konferenz in Frankfurt äußerte das EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone seine Besorgnis über die zunehmende Abhängigkeit der EU von internationalen Zahlungssystemen wie Kreditkarten, die mehr als 60 % der Kartenzahlungen in Europa abwickeln.
Cipollone betonte, dass die Rolle des Dollars im Stablecoin-Markt nur ein Teil größerer Herausforderungen sei. „Ein digitaler Euro ist entscheidend, um den Zugang zu Zentralbankgeld zu erhalten und die Rolle europäischer Banken im Finanzsystem zu sichern“, erklärte er.
Trumps Strategie für Stablecoins
Trumps Erlass setzt stark auf das globale Wachstum dollarbesicherter Stablecoins als Mittel zur Stärkung der Souveränität des US-Dollars. Der Erlass verspricht Unterstützung für die Entwicklung „gesetzlicher und legitimer dollarbesicherter Stablecoins“ weltweit. Gleichzeitig verbietet er die Einführung und Nutzung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) in den Vereinigten Staaten, womit er sich gegen ähnliche Initiativen in anderen Teilen der Welt, wie den digitalen Euro, stellt.
Kritiker argumentieren, dass der Fokus auf Stablecoins eine Strategie sei, um die Dominanz des US-Dollars als Weltreservewährung zu sichern. Anwalt David Lesperance betonte, dass die Unterstützung der Trump-Administration für digitale Vermögenswerte endet, sobald diese den Dollar als Reservewährung bedrohen. „Trump scheint bereit zu sein, die CBDC-Entwicklungen weltweit einzuschränken und setzt beispielsweise Zölle als Druckmittel gegen die EU ein“, sagte Lesperance.
Antwort der EU: der digitale Euro
Die EZB setzt unterdessen ihre Bemühungen fort, einen digitalen Euro zu entwickeln, um die finanzielle Autonomie und strategische Unabhängigkeit zu bewahren. Pilotprogramme für den digitalen Euro haben bereits begonnen, und europäische Entscheidungsträger betonen weiterhin, dass eine digitale Alternative notwendig ist, um die europäische Wirtschaft vor der Dominanz nicht-europäischer Zahlungslösungen zu schützen.
Ein digitaler Euro könnte auch dazu beitragen, Zahlungen in der Eurozone zu vereinfachen und den Verbrauchern gleichzeitig eine sicherere Alternative zu privaten Stablecoins zu bieten. Um Kapitalabflüsse zu verhindern, erwägt die EZB, Obergrenzen für die Haltung von digitalen Euros und andere Vorsichtsmaßnahmen festzulegen.
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