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Das DeFi-Projekt World Liberty Financial (WLFI), das Verbindungen zur Familie von Donald Trump hat, hat eine bemerkenswerte neue Regel eingeführt. Investoren, die mindestens etwa fünf Millionen Dollar in WLFI-Token investieren, erhalten künftig direkten Zugang zum Team hinter dem Projekt für potenzielle Kooperationen.
Die Maßnahme wurde in einer Governance-Abstimmung unter Tokenhaltern fast einstimmig angenommen. Dennoch wirft das Ergebnis Fragen auf. Der Großteil der Stimmen stammte von nur wenigen großen Wallets.
Die Abstimmung führt ein System mit drei verschiedenen Ebenen für das Staking des WLFI-Governance-Tokens ein. Wer Tokens hinterlegt, kann an der Governance des Protokolls teilnehmen und zusätzliche Vorteile erhalten.

Die erste Ebene, Base, erfordert das Hinterlegen von Tokens für sechs Monate, um über Vorschläge innerhalb des Netzwerks abstimmen zu können.
Darüber steht die Ebene Node. Hierfür müssen Nutzer zehn Millionen WLFI-Token hinterlegen, was etwa einem Wert von einer Million Dollar entspricht. Im Gegenzug erhalten sie zusätzliche Privilegien, wie die Möglichkeit, Stablecoins über anerkannte Market Maker in die Stablecoin USD1 des Projekts im Verhältnis eins zu eins umzuwandeln.
Die höchste Ebene heißt Super Node. Hierfür müssen Investoren fünfzig Millionen WLFI-Token hinterlegen, was etwa fünf Millionen Dollar ausmacht. Im Gegenzug erhalten sie laut Vorschlag „garantierten direkten Zugang zum WLFI-Team“, um potenzielle Partnerschaften zu besprechen.
Laut einem Sprecher des Projekts handelt es sich dabei um Gespräche mit dem Business Development-Team und Führungskräften, nicht unbedingt mit den Gründern selbst.
Die Abstimmung verlief bemerkenswert einhellig. Ganze 99,12 Prozent der Stimmen waren für den Vorschlag.
Allerdings ist die Verteilung der Stimmkraft weniger ausgewogen. Von den rund 1.800 Stimmen stammten über 76 Prozent der Token aus nur zehn Wallets. Das deutet auf eine starke Konzentration des Einflusses bei einer kleinen Gruppe großer Investoren hin.
WLFI zufolge zielt die neue Struktur darauf ab, mehr Wert an langfristige Investoren fließen zu lassen. Bei früheren Erweiterungen der Stablecoin USD1 verdienten Market Maker Millionen Dollar durch Arbitrage, da sie Preisunterschiede zwischen Märkten ausnutzen konnten.
Mit dem neuen Node- und Super Node-System will das Projekt diese wirtschaftlichen Vorteile auf große Staker innerhalb des Ökosystems verlagern.
Darüber hinaus sieht sich WLFI nach eigenen Angaben einer enormen Anzahl an Kooperationsanfragen gegenüber. Durch die Einführung einer hohen Staking-Schwelle will das Protokoll laut Vorschlag Projekte filtern, die ernsthaft zum Ökosystem beitragen möchten.
Projekte, die eine Zusammenarbeit diskutieren wollen, müssen daher zunächst in WLFI-Token investieren und diese für sechs Monate hinterlegen. Dies könnte gleichzeitig für zusätzliche Nachfrage nach dem Token und eine geringere zirkulierende Menge sorgen.
World Liberty Financial präsentiert unterdessen umfassendere Ambitionen. Das Projekt untersucht unter anderem eine nationale Trustbank-Lizenz in den Vereinigten Staaten, erwägt die Tokenisierung von Immobilien und Energie-Assets und denkt sogar über ein börsennotiertes Unternehmen nach, das WLFI-Token verwaltet.
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