Die Vereinigten Staaten verlegen im Eiltempo zusätzliche militärische Mittel in den Nahen Osten. Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf Iran, indem er Teheran noch maximal zehn bis fünfzehn Tage Zeit gibt, um ein Nuklearabkommen zu schließen.
Sollte diese Vereinbarung nicht zustande kommen, werde es laut Trump für Teheran „unglücklich“ verlaufen. Der Umfang des Truppenaufbaus sei der größte seit Jahren, was weltweit Unruhe an den Finanzmärkten verursacht.
Trump äußerte sich an Bord der Air Force One, wo er mit mitreisenden Journalisten sprach. Zehn bis fünfzehn Tage seien seiner Meinung nach „das absolute Maximum“, das er den Verhandlungen noch einräumen will. „Entweder wir bekommen eine Einigung oder es wird äußerst unglücklich für sie“, sagte er.
Größter militärischer Aufbau seit 2003
Die Vereinigten Staaten entsenden zwei ihrer mächtigsten Flugzeugträger in die Region: die USS Abraham Lincoln und die USS Gerald R. Ford. Um diese Schiffe herum operieren Lenkwaffen-Zerstörer, die unter anderem Tomahawk-Raketen abfeuern können. An Bord befinden sich Kampfflugzeuge und Unterstützungseinheiten, wodurch die USA in kurzer Zeit großflächige Luftangriffe starten könnten.
Auch in der Luft ist die Aktivität deutlich spürbar. Daten von FlightRadar24 zeigen eine starke Zunahme amerikanischer Militärflüge zu Basen in Katar, Jordanien, Kreta und Spanien. Es handelt sich um Transportflugzeuge, die Material und Personal bewegen, Tankflugzeuge für Luftbetankungen sowie Überwachungsdrohnen und Radarflugzeuge, die potenzielle Kampfgebiete kartieren.
Laut Beteiligten ist der Umfang dieses Aufbaus seit 2003 beispiellos, als Washington Truppen vor der Invasion im Irak zusammenzog. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die USA Bodentruppen einsetzen wollen.

Langfristige Aktion oder schneller Eingriff
Mit dem aktuellen Truppenaufbau verschafft sich Trump die Möglichkeit, eine militärische Operation zu starten, die mehrere Tage dauern könnte, möglicherweise in Zusammenarbeit mit Israel.
Gleichzeitig berichten US-Medien, dass er auch über einen gezielten, begrenzten Angriff nachdenkt. Eine solche Aktion wäre vor allem dazu gedacht, den Druck auf Iran weiter zu erhöhen und das Land doch noch an den Verhandlungstisch zu zwingen.
Laut Trump müsse sich in den kommenden etwa zehn Tagen zeigen, ob es zu einem Abkommen kommt. Er sprach von einer entscheidenden Phase, in der sich herausstellen wird, ob die Diplomatie noch eine Chance hat.
US-Beamte sagen, dass alle eingesetzten Truppen voraussichtlich Mitte März vollständig in Position sein werden. In Washington fanden unterdessen Beratungen im Situation Room statt, wo der Präsident und seine Berater mögliche nächste Schritte besprechen.
Märkte halten den Atem an
Die Spannungen zwischen den USA und Iran sorgen spürbar für Unruhe an den Finanzmärkten. Der Ölpreis steigt weiter aus Angst vor Problemen in der Region. Brent, der wichtigste internationale Ölpreis, kletterte über 72 Dollar pro Fass. Auch die Aktienmärkte verfolgen die Entwicklungen mit Anspannung.
Ein großflächiger Angriff auf Iran könnte die Vereinigten Staaten erneut in einen langwierigen Konflikt im Nahen Osten verwickeln. Dieses Szenario wirft Fragen über die Stabilität in der Region und die möglichen Folgen für die Weltwirtschaft auf.
In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob die Diplomatie doch noch die Oberhand gewinnt oder ob der militärische Aufbau in eine Aktion mündet.
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