Was als diplomatische Initiative von Donald Trump begann, scheint vorerst vor allem Gewinne für den Kreml zu bringen. Nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sagte Trump am Montag, dass Russland und die Ukraine „unverzüglich“ Verhandlungen über eine Waffenruhe beginnen würden. Die russische Reaktion blieb jedoch vage, ohne Zusagen über einen Zeitplan oder konkrete Schritte.
Kein Druck aus Washington
Trump teilte seinen Optimismus in einer Gruppendiskussion mit unter anderem der Europäischen Kommission, Frankreich, Deutschland und Finnland. Laut ihm sind die Verhandlungen „der Beginn des Endes des Krieges“. Putin bezeichnete die Gespräche „als Schritt in die richtige Richtung“, wies jedoch darauf hin, dass noch viel Arbeit zu erledigen sei.
Im Gegensatz zu europäischen Führern entscheidet sich Trump dafür, Moskau keine neuen Sanktionen aufzuerlegen. „Wenn du zu früh zu stark drückst, kannst du den Prozess gerade stören,“ sagte er. Europäische Regierungschefs, einschließlich des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz, kündigten jedoch neue Strafmaßnahmen an. Der Kontrast zu Trump war deutlich: er wiederholte, dass es „nicht sein Krieg“ sei, und drohte sich vollständig zurückzuziehen, wenn der Fortschritt ins Stocken gerät.
Nach Beobachtern spielt Putin es schlau. Indem er an Gesprächen teilnimmt, ohne echte Zugeständnisse zu machen, kauft er Zeit und politischen Raum. „Putin weiß, dass Verhandeln ohne Eile ihm Vorteile bringt,“ sagte der ehemalige schwedische Premierminister Carl Bildt. Die russischen Truppen rücken unterdessen weiter in Ost-Ukraine vor, während die Ukraine weiterhin auf eine sofortige Waffenruhe drängt.
Standort noch unbekannt
Präsident Selenskyj nannte in Reaktion auf das Gespräch mit Trump mehrere mögliche Orte für zukünftige Gipfeltreffen, darunter die Türkei, der Vatikan und die Schweiz. Trump selbst behauptete, dass Papst Leo Interesse gezeigt habe, die Gespräche im Vatikan zu hosten, aber der Vatikan hat dies bisher nicht bestätigt.
Die Gespräche in Istanbul letzte Woche brachten keine greifbaren Ergebnisse. Der Vorschlag von Selenskyj, persönlich mit Putin zu sprechen, wurde von Russland abgelehnt. Inzwischen hält Moskau an seinen harten Forderungen fest, einschließlich des Rückzugs ukrainischer Truppen aus vier besetzten Regionen.
Die diplomatischen Entwicklungen zogen zwar die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte auf sich, führten jedoch nicht zu großen Kursbewegungen. Der Preis von Bitcoin (BTC) blieb nahezu stabil. Laut Analysten reagieren Kryptomärkte im Allgemeinen weniger stark auf geopolitische Diplomatie als auf Zinserwartungen oder neue Regelungen. Dennoch könnte eine tatsächliche Waffenruhe das Interesse an risikoreichen Anlagen wie Bitcoin erhöhen, besonders wenn die Spannungen zwischen Russland und dem Westen weiter nachlassen.
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