Während der Kryptomarkt erhebliche Einbußen erleidet, unternimmt World Liberty Financial, das mit Donald Trump verbundene Projekt, einen bemerkenswerten Schritt.
Das Unternehmen plant, Einnahmen aus Krediten für ein geplantes Trump-Resort auf den Malediven in digitale Token zu verwandeln. Damit setzt die Trump-Familie weiterhin auf Krypto, obwohl Anleger weltweit Verluste hinnehmen müssen.
Trump-Resort auf der Blockchain
Die Pläne wurden auf dem World Liberty Forum in Mar-a-Lago vorgestellt. Unter den Anwesenden waren auch Coinbase-Chef Brian Armstrong und der Goldman Sachs-Bänker David Solomon. World Liberty Financial (WLF) beabsichtigt, sogenannte „revenue interests“, also Einnahmen aus Krediten für das Resort, in digitale Token auf der Blockchain umzuwandeln.
Das bedeutet, dass Investoren über einen Token einen Anteil an den erwarteten Einnahmen erhalten. Dank der Blockchain-Technologie können diese Rechte schnell und ohne Zwischenhändler gehandelt werden.
Das Resort auf den Malediven wird von Dar Global in Zusammenarbeit mit der Trump Organization entwickelt und soll 2030 fertiggestellt sein. Es wird aus rund hundert luxuriösen Villen bestehen, die sich über Strand und Meer verteilen. Nur professionelle Anleger können über eine Privatplatzierung investieren. Die Tokens werden über Securitize ausgegeben, eine Plattform, die auch von großen Vermögensverwaltern genutzt wird.
Trump-Familie baut Krypto-Imperium weiter aus
Der neue Schritt passt in eine umfassendere Strategie. Die Trump-Familie war in letzter Zeit an Memecoins, NFTs, einem eigenen Stablecoin und sogar einem Bitcoin-Mining-Betrieb beteiligt.
Trotzdem läuft nicht alles rund. Der WLFI-Token, die Kryptowährung von World Liberty, ist seit Handelsbeginn um mehr als die Hälfte im Wert gesunken. Auch der Bitcoin (BTC) Kurs liegt deutlich unter seinem früheren Höchststand.
Trotz der rückläufigen Marktentwicklung hat WLF auch einen eigenen Stablecoin lanciert: USD1. Diese digitale Währung ist an den Dollar gekoppelt und soll laut dem Unternehmen inzwischen Milliarden wert sein.
Der Wall Street Journal zufolge erwarb ein Mitglied einer königlichen Familie aus Abu Dhabi kurz vor Trumps Amtseinführung einen 49-prozentigen Anteil an dem Unternehmen. Ein Sprecher betonte, dass Trump selbst und sein Berater Steve Witkoff dabei keine Rolle spielten.
Tokenisierung bleibt vorerst ein Nischenmarkt
Tokenisierung wird oft als die Zukunft der Finanzwelt präsentiert, doch in der Praxis ist der Markt für tokenisiertes Immobilienvermögen noch klein. Weltweit sind nur wenige Projekte auf der Blockchain umgesetzt worden, mit einem Gesamtwert von einigen Hundert Millionen Dollar.
Ein großes Hindernis ist die begrenzte Handelbarkeit solcher Token. Die Regeln sind unklar und der Markt dünn. Zudem wurden Anleger in der Vergangenheit häufig Opfer von Betrug.
Dennoch blickt World Liberty nach vorne. Mitgründer Zach Witkoff äußerte zuvor, dass er schließlich einen Teil des gesamten Immobilienportfolios der Trump-Familie tokenisieren möchte. Das würde bedeuten, dass auch Golfplätze und Luxushotels weltweit als digitale Investitionen verfügbar werden.
Ob Anleger in diesem schwierigen Markt darauf warten, ist unsicher. Aber während die meisten Projekte das Tempo drosseln, setzt Trump weiterhin auf Blockchain.
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