Der amerikanische Präsident Donald Trump hat am Dienstag zwei wichtige Entscheidungen getroffen, die seine Handelspolitik mildern sollen. Während er sich auf seinen hundertsten Tag im Amt vorbereitete, kündigte er Erleichterungen bei den umstrittenen Autozöllen an und präsentierte seinen ersten erfolgreichen internationalen Handelsdeal. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Erleichterungen für die Autoindustrie
In einem Versuch, der amerikanischen Autoindustrie mehr Spielraum zu geben, lockert Trump die Einfuhrzölle auf Autoersatzteile. Hersteller haben bis April 2026 die Möglichkeit, Einfuhrzölle bis zu 3,75 Prozent des empfohlenen Verkaufspreises von Fahrzeugen, die in den USA hergestellt werden, zu kompensieren. Zusätzlich dürfen sie bis Ende April 2027 bis zu 2,5 Prozent ihrer Produktion von zusätzlichen Zöllen befreien.
Dieser Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ein Zoll von 25 Prozent auf importierte Autoersatzteile zu greifen droht. Die Industrie hatte bereits früher gewarnt, dass solche Maßnahmen das integrierte Produktionsnetzwerk zwischen den USA, Kanada und Mexiko ernsthaft stören könnten. „Wir wollten ihnen helfen… wenn sie keine Teile bekommen können, wollen wir sie nicht bestrafen“, sagte Trump.
Internationaler Deal in Vorbereitung
Gleichzeitig kündigte Handelsminister Howard Lutnick an, dass er ein erstes Handelsabkommen mit einem ausländischen Partner abgeschlossen hat. Obwohl der Name des Landes noch nicht bekannt ist, scheint Indien ein ernsthafter Kandidat zu sein. Trump äußerte sich lobend über das Land:
“India doet het goed. Ik denk dat we een deal gaan sluiten met India.”
Die Ankündigung sorgte für Beruhigung an den Märkten. Der S&P 500 stieg um 0,6 Prozent, der sechste Gewinn in Folge und die längste Serie seit November. Lutnick berichtet, dass man derzeit auf die „Genehmigung des Ministerpräsidenten und des Parlaments“ des nicht genannten Landes wartet. Auch mit anderen Ländern scheinen die Verhandlungen in Gang zu kommen.
Unruhe hält an
Dennoch bleibt die Unruhe in der Industrie spürbar. Der Autohersteller GM zog seine Prognosen für das Jahr zurück und verschob ein geplantes Analystentreffen in Erwartung klarerer Informationen über die Tarifanpassungen. Die Kanadische Handelskammer nannte die Erleichterungen unzureichend und warnte vor anhaltender Unsicherheit, die Unternehmen vertreibt.
Laut einer Umfrage von Reuters/Ipsos billigen nur 36 Prozent der Amerikaner die Wirtschaftspolitik von Trump, der niedrigste Stand während seiner aktuellen und vorherigen Amtszeit. Es wird erwartet, dass die amerikanische Wirtschaft im ersten Quartal 2025 nur noch um 0,3 Prozent gewachsen ist, ein starker Rückgang im Vergleich zu den 2,4 Prozent Ende 2024. Die Kombination aus Handelsstress, hohen Kosten und Inflation setzt weiterhin Druck auf das Vertrauen von sowohl Verbrauchern als auch Unternehmen.
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