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Der Ölpreis fällt weiter, da die Sorgen um die Straße von Hormus nachlassen. Am Mittwoch sank der Preis für Brentöl Richtung 76 Dollar pro Barrel, während US-amerikanisches WTI-Öl bei etwa 72 Dollar notierte.

Damit verschwindet erneut ein Teil der geopolitischen Risikoprämie aus dem Markt.
Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass Anleger zunehmend Vertrauen gewinnen, dass die wichtige Schifffahrtsroute durch Hormus langsam wieder geöffnet wird. Gleichzeitig mischt sich Donald Trump in die Diskussion um die Benzinpreise ein.
Der amerikanische Präsident kritisiert, dass die Ölunternehmen die Preise an den Zapfsäulen nicht schnell genug senken.
Trump wirft großen Ölunternehmen vor, die Verbraucher zu viel zahlen zu lassen. Seiner Meinung nach sinken die Preise, die die Ölunternehmen selbst zahlen, stark, während die Autofahrer an den Zapfsäulen davon noch nicht ausreichend profitieren.

Er fordert daher, dass das US-Justizministerium die Situation untersucht.
Politisch ist dies nachvollziehbar. Niedrigere Benzinpreise sind für Verbraucher direkt spürbar und könnten dazu beitragen, den Inflationsdruck zu senken. Besonders nach Monaten des Krieges, steigender Ölpreise und zunehmender Zinsängste ist günstiger Treibstoff für Trump sowohl ökonomisch als auch wahlpolitisch wichtig.
Der Hauptgrund für den sinkenden Ölpreis bleibt die Entspannung rund um Hormus.
Laut der International Maritime Organization können mehr als 11.000 Seeleute, die im Persischen Golf festsaßen, beginnen, die Straße von Hormus zu passieren. Dafür sollen Sicherheitsgarantien erlangt und überprüft worden sein.
Dies ist ein wichtiger Schritt. Hormus ist eine der bedeutendsten Energierouten weltweit. Während des Krieges zwischen den USA und Iran lag der Schiffsverkehr massiv unter Druck, was die Ölpreise steigen ließ und die Märkte von einer langanhaltenden Störung ausgehen ließ.
Die Krise ist dennoch nicht mit einem Schlag überwunden. Auch Logistikunternehmen warnen, dass die Probleme in den Lieferketten nicht sofort verschwinden. Schiffe haben länger stillgelegen, Routen wurden angepasst und auch die Luftfrachtkapazität war unter Druck.
Wenn Hormus weiter öffnet, kann ein Teil dieses Drucks abnehmen. Doch es braucht Zeit, bis Schiffe, Häfen, Versicherer und Logistikketten wieder normal funktionieren.
Für Öl bedeutet dies, dass der Abwärtsdruck nachvollziehbar ist, die Märkte jedoch wachsam bleiben müssen. Ein neues Ereignis in der Region kann die Risikoprämie schnell zurückbringen.
Für die Finanzmärkte ist der Rückgang des Ölpreises bedeutsam. Günstigere Energie senkt das Risiko einer neuen Inflationsschock. Das könnte langfristig positiv für Aktien, Gold und Bitcoin (BTC) sein, da es den Druck auf die Zentralbanken verringert, die Zinsen weiter anzuheben.
Doch dieser Effekt ist nicht automatisch. Die US-Zentralbank schaut auch auf die zugrunde liegende Inflation, das Lohnwachstum, die Dienstleistungspreise und die breitere wirtschaftliche Aktivität. Niedrigere Ölpreise helfen also, lösen aber nicht alle Inflationsprobleme.
In diesem Zusammenhang verspricht der Donnerstag ein entscheidender Tag für die globalen Finanzmärkte zu werden. Dann steht nämlich der PCE-Index an, das wichtigste Inflationsmaß für die US-Zentralbank. Dabei wird insbesondere auf die Dienstleistungspreise geachtet.
Sollten diese auch überhitzt sein, wird der Druck auf Zinserhöhungen zunehmen und es könnten neue Rückgänge bei risikobehafteten Anlagen folgen.
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