Der US-Präsident Donald Trump hat Changpeng „CZ“ Zhao, den Gründer der Kryptobörse Binance, offiziell begnadigt. Das bestätigen Quellen gegenüber The Wall Street Journal. Der Schritt markiert das Ende eines fast zweijährigen Rechtsstreits und könnte den Weg für eine Rückkehr von Binance in die Vereinigten Staaten ebnen.

Begnadigung nach „Krieg gegen Krypto“

Laut Insidern unterzeichnete Trump die Begnadigung am Mittwoch im Weißen Haus. Die Entscheidung folgt auf monatelange, intensive Lobbyarbeit des Unternehmens und von Zhao selbst, der im September 2024 nach einer viermonatigen Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen wurde.

Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, Trump habe „seine verfassungsmäßige Befugnis genutzt, um die Verfolgung von Zhao zu beenden, der Opfer des Kriegs der Biden-Regierung gegen Krypto gewesen sei“. Laut dem Sprecher sei dieser Krieg „nun vorbei“.

Binance könnte in die USA zurückkehren

Die Begnadigung würde bedeuten, dass Binance, die größte Kryptobörse der Welt, in den Vereinigten Staaten wieder tätig werden darf. Das Unternehmen wurde 2023 wegen Verstößen gegen Geldwäschevorschriften mit einer Rekordstrafe von 4,3 Milliarden US‑Dollar belegt. Seither steht Binance unter strenger Aufsicht des US-Justizministeriums.

Das sogenannte Monitorship, angeordnet für drei Jahre, könnte durch die Begnadigung möglicherweise vorzeitig beendet werden. Eine separate Aufsicht durch das Finanzministerium bleibt jedoch bestehen; sie kann nur von Trump oder dem Minister selbst aufgehoben werden.

Enge Verbindungen zwischen Trump und Binance

Laut The Wall Street Journal pflegte Binance in den vergangenen Monaten enge Beziehungen zum Krypto-Projekt der Trump-Familie, World Liberty Financial. Das Projekt brachte früher in diesem Jahr seine eigene Stablecoin, USD1, auf den Markt und erhielt dabei direkte Unterstützung von Binance. Zudem soll die Börse den Handel der Münze auf verschiedenen Plattformen unterstützt haben.

Seit Trumps Wiederwahl hat World Liberty der Familie Einnahmen in Millionenhöhe eingebracht – deutlich mehr, als ihr Immobilienimperium jährlich erwirtschaftet.

„Kein Krimineller würde eine Begnadigung ablehnen“

Zhao hatte bereits Anfang dieses Jahres mitgeteilt, dass er ein präsidentielles Pardon beantragt habe. In einem Beitrag auf X schrieb er damals: „Kein Krimineller würde eine Begnadigung ablehnen.“ Sein juristisches Team, darunter der Lobbyist Ches McDowell, arbeitete seit Anfang 2025 aktiv an dem Antrag.

Mit der Begnadigung erhält Zhao die Möglichkeit, in den USA wieder geschäftlich tätig zu werden. Unmittelbar nach der Meldung stieg der Kurs von BNB, dem Token von Binance, um mehr als fünf Prozent auf 1.140 US‑Dollar.

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