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Die anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und China könnten überraschenderweise den Grundstein für eine starke Erholung an den Finanzmärkten legen. Das sagt Tom Lee, Leiter der Forschungsabteilung bei Fundstrat, in einem aktuellen Interview mit CNBC. Seiner Meinung nach ist die negative Wirkung von Präsident Trumps Zöllen inzwischen weitgehend eingepreist.
Lee weist darauf hin, dass Anleger derzeit von der Volatilität entmutigt sind. Gerade das biete jedoch Chancen, sagt er. Anstatt sich auf die Unsicherheit zu konzentrieren, zieht er historische Parallelen. Ein bemerkenswerter Vergleich ist die Börsenkorrektur während der Kuba-Krise im Jahr 1962. Damals begann die Erholung, noch bevor eine Lösung auf dem Tisch lag.
„Während dieser Krise dauerte es zwölf Tage, bis es zu einem diplomatischen Durchbruch kam“, sagt Lee. „Aber der Markt fand schon nach sieben Tagen einen Boden.“ „Noch bevor die Nachricht kam, dass sich die Lage entschärft hatte, war bereits zwei Drittel der Verluste wettgemacht.“
Laut Lee könnten die Märkte heute ein ähnliches Szenario erleben. Auch wenn die Zölle zunächst protektionistisch wirken, glaubt er, dass ein gegenseitiges Abkommen zwischen den USA und China eine positivere Wirkung haben wird, als viele erwarten – vor allem, wenn es Unternehmen ermöglicht, in beiden Regionen profitabel zu agieren.
Mit weniger als zwei Wochen bis zum 2. April sieht Lee eine interessante Ausgangslage. Viele Anleger wollen derzeit wegen der anhaltenden Unsicherheit aussteigen. Doch genau dieser Moment sei historisch gesehen oft der Punkt, an dem die Märkte drehen.
„Wenn Anleger massenhaft aussteigen wollen, ist das oft ein Signal, dass wir nahe an einem Tiefpunkt sind.“ „Der Markt hat dann bereits einen Großteil der schlechten Nachrichten verarbeitet“, so Lee.
Was diese Situation besonders relevant macht, ist der breitere Kontext geopolitischer Spannungen, Inflationssorgen und Rezessionsängste. In solchen Zeiten reagieren Anleger oft panisch – was Chancen für jene bietet, die einen kühlen Kopf bewahren.
Auch Technologiewerte und Kryptowährungen könnten von einer verbesserten Marktdynamik profitieren. Sobald wieder Ruhe in die Handelspolitik einkehrt, dürften laut Lee risikobehaftete Anlagen wieder gefragt sein. Das könnte nicht nur den traditionellen Börsen, sondern auch dem Kryptomarkt einen Schub verleihen.
Ob die Erholung tatsächlich so stark ausfallen wird, wie Lee prognostiziert, bleibt abzuwarten. Dennoch bietet seine historische Perspektive einen erfrischenden Blickwinkel in einer Zeit, in der negative Stimmungen dominieren.
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