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Thailand will die Kontrolle über den Goldmarkt deutlich verschärfen. Die Zentralbank warnt, dass Goldtransaktionen, die teilweise über Krypto abgewickelt werden, zu starken Wechselkursschwankungen des Baht beitragen. Dadurch droht die thailändische Währung erneut massiv unter Druck zu geraten.
Laut Gouverneur Vitai Ratanakorn arbeitet die Bank of Thailand an strengeren Meldevorschriften für den Goldhandel. Die Aufsicht will Einblick in Transaktionen erhalten, die außerhalb des traditionellen Bankensystems stattfinden – darunter Abwicklungen über Krypto.
Ratanakorn betonte, dass der Mangel an Aufsicht ein unmittelbares Risiko darstellt. So soll ein Teil der Goldexporte in Nachbarländer wie Kambodscha in Kryptowährungen abgerechnet werden. Da diese Geldströme die regulären Kanäle umgehen, tauchen sie in den Statistiken der Zentralbank schlicht nicht auf. Dadurch entsteht eine gefährliche Blindstelle in der finanziellen Überwachung des Landes.
Gold hat sich in diesem Jahr zu einem entscheidenden Faktor hinter den erratischen Bewegungen des thailändischen Baht entwickelt. Die Währung erreichte im September trotz schwachen Wirtschaftswachstums ein Vierjahreshoch. Dieser unerwartete Anstieg verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit thailändischer Exporteure und setzt den Tourismussektor unter Druck, die zusammen rund siebzig Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen.
Wird Gold in Baht gehandelt, müssen Händler ihre Positionen häufig an ausländischen Märkten absichern. Das führt zu großen Währungsaufträgen und erhöht zusätzlich die Volatilität. Die Zentralbank kann derzeit nur Transaktionen nachvollziehen, die über inländische Banken laufen, während Geschäfte über ausländische Broker, Tochtergesellschaften oder Kryptoplattformen vollständig außerhalb ihres Blickfelds bleiben.
Die neuen Meldepflichten sind Teil einer breiteren Strategie zur besseren Kontrolle finanzieller Risiken. Die Zentralbank will gezielter auf wirtschaftliche Ungleichgewichte reagieren, statt sich ausschließlich auf den Leitzins als Steuerungsinstrument zu verlassen. Bereits Anfang des Monats hatte die Aufsicht strengere Kontrollen für Finanzintermediäre und verdächtige Geldströme angekündigt.
Damit steht Thailand an einem Scheideweg: Das Land will sich gegen illegale oder undurchsichtige Kapitalströme wappnen, ohne den Goldhandel oder den aufstrebenden Kryptomarkt komplett auszubremsen. Wie die neuen Regeln im Detail aussehen werden, soll sich in den kommenden Monaten entscheiden.
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