Der Kryptomarkt sucht erneut nach Orientierung. Während Bitcoin (BTC) um die 63.000 Dollar pendelt, geschieht hinter den Kulissen etwas Beachtliches rund um Tether (USDT), den größten Stablecoin der Welt.

Die gesamte Marktkapitalisierung sank innerhalb kurzer Zeit um Milliarden Dollar. In der Vergangenheit ging dies oft größeren Bewegungen im Bitcoin-Kurs voraus.

Marktkapitalisierung von USDT sinkt um 3,1 Milliarden Dollar

Die Marktkapitalisierung von Tether (USDT) ist innerhalb von sechzig Tagen um mehr als 3,1 Milliarden Dollar gesunken. Laut Analyst Moreno ist dies, basierend auf Daten von CryptoQuant, ein seltenes Phänomen.

USDT-Marktkapitalisierung im Vergleich zum Bitcoin-Kurs (Quelle: CryptoQuant)

Zuletzt kam es Ende 2022 zu einer ähnlichen Entwicklung. Damals befand sich Bitcoin mit einem Kurs unter 16.000 Dollar am Tiefpunkt seines Zyklus. Anschließend verdoppelte sich der Kurs in den folgenden Monaten fast auf über 31.000 Dollar.

Dieser starke Rückgang wird als wichtiges Signal betrachtet. Wenn in kurzer Zeit viel USDT den Markt abfließt, bedeutet das oft, dass Investoren Geld aus Kryptowährungen abziehen. Das führt zu geringerer Liquidität und zusätzlichen Spannungen.

In der Vergangenheit geschah dies nicht zu Beginn langfristiger Rückgänge, sondern eher, als der Bitcoin-Kurs einen Boden erreichte. Der Abfluss deutet somit auf eine sogenannte Risk-Off-Phase hin, eine Zeit, in der Anleger Risiken meiden, so Moreno.

USDC wächst hingegen stark

Trotz des jüngsten Rückgangs bleibt USDT mit einem Gesamtwert von 183,6 Milliarden Dollar die mit Abstand größte Stablecoin. Bemerkenswert ist, dass die Nummer zwei, USDC, stark zulegt. Anfang dieses Monats lag die Marktkapitalisierung noch bei 70 Milliarden Dollar. Inzwischen ist sie auf über 74,7 Milliarden Dollar gestiegen.

Analyst erwartet Tiefpunkt erst im Juni

Obwohl die Situation an Ende 2022 erinnert, gibt es auch Anzeichen dafür, dass der Bärenmarkt noch länger anhalten könnte. Der niederländische Analyst Jelle erwartet, dass der Bitcoin-Kurs erst um Juni einen Boden findet und im schlimmsten Fall erst im Oktober.

Der Analyst stützt sich auf frühere Halving-Zyklen. Darin erreichte der Kurs oft ein Hoch im Jahr nach dem Halving, gefolgt von einem Tiefpunkt etwa zwölf Monate später. Seit dem Höchststand im Oktober ist Bitcoin um mehr als 50 Prozent gefallen. Sollte sich die Geschichte wiederholen, könnte der Boden laut Jelle bei rund 52.000 Dollar liegen.

Zusätzlich betrachtet er den RSI, einen technischen Indikator, der misst, ob ein Wertpapier überkauft oder überverkauft ist. Ein Wert unter 37 deutet auf starken Verkaufsdruck hin. In früheren Zyklen dauerte es nach einem solchen Signal durchschnittlich maximal 200 Tage, bis der Markt einen Boden erreichte. Aktuell befinden wir uns am Tag 84. Das könnte bedeuten, dass ein Wendepunkt möglicherweise in drei bis vier Monaten kommt.

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