Nach einer starken Rally in den letzten drei Quartalen des vergangenen Jahres ist die Tesla-Aktie (TSLA) schwach ins neue Jahr gestartet. Der Kurs liegt derzeit bei rund 400 US-Dollar und ist seit Jahresbeginn bereits um zehn Prozent gefallen. Das stellt Anleger vor eine schwierige Entscheidung: Ist Tesla im Jahr 2026 eine Kaufchance oder eher ein Risiko, das man besser meidet?

Wall Street ist unsicher über den Tesla-Kurs

Enttäuschende Verkaufszahlen, ein abkühlender Markt für Elektroautos und zunehmende Zweifel am KI-Hype belasten die Stimmung rund um Tesla. Dennoch betont Elon Musk weiterhin, dass sein Unternehmen längst mehr ist als ein Autohersteller. Seiner Meinung nach liegt die Zukunft in künstlicher Intelligenz und Robotik. Für Anleger dreht sich alles um eine Frage: Überwiegen die Versprechungen die aktuellen Probleme?

Diese Unsicherheit spiegelt sich bei den Analysten wider. Im Durchschnitt erhält Tesla derzeit eine „Hold“-Empfehlung. Das erwartete Kursziel für die kommenden zwölf Monate liegt bei 393,51 Dollar, etwas unter dem aktuellen Niveau. Mehrere große Banken sind ausgesprochen pessimistisch und warnen vor einem erheblichen Rückgang, wenn die Margen weiter schrumpfen.

Durchschnittliche Bewertung der Tesla-Aktie durch Wall Street. Quelle: TipRanks

Gleichzeitig ist das Bild nicht eindeutig negativ. Eine große Investmentbank sieht Tesla als Kaufgelegenheit und rechnet mit einem deutlichen Kursanstieg. Ihrer Ansicht nach liegt der echte Wert nicht im Autoverkauf, sondern in Software, Daten und autonomen Systemen, die langfristig strukturelle Einnahmen generieren können.

Warum Tesla keine klare Kaufempfehlung ist

Fundamental häufen sich jedoch die Probleme. Tesla lieferte letztes Jahr weniger Autos aus als im Jahr zuvor. Das ist bemerkenswert für ein Unternehmen, das jahrelang nahezu ununterbrochen gewachsen ist. Auch der Umsatz ging im Jahresvergleich zurück, trotz besser als erwarteter Quartalszahlen.

In Europa sind die Signale noch beunruhigender. In Ländern wie Norwegen und Frankreich brachen die Zahlen um mehr als 80 Prozent ein. Das deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Elektroautos strukturell abkühlt. Selbst das lang erwartete Vorzeigemodell, der Cybertruck, bleibt weit hinter den früheren Erwartungen zurück.

Auch Konkurrenten verzeichnen rückläufige Verkaufszahlen, was darauf hindeutet, dass es sich nicht um ein temporäres Tesla-Problem handelt, sondern um einen branchenweiten Trend.

KI und Robotik bieten noch wenig Halt

Viele Hoffnungen ruhen auf Teslas KI-Ambitionen. Musk positioniert das Unternehmen gezielt als Akteur in der künstlichen Intelligenz, mit Anwendungen wie autonomem Fahren und humanoiden Robotern. Doch gerade dieser Sektor steht zu Jahresbeginn unter Druck.

Große Tech-Unternehmen verzeichnen zwar noch Wachstum, aber die Margen nehmen ab und Investoren reagieren zunehmend kritisch. Das nährt die Angst vor einer KI-Blase. Ohne klare Rentabilität ist es schwierig, eine hohe Bewertung zu rechtfertigen.

Dennoch ein überraschend optimistisches Szenario

Dennoch gibt es ein Szenario, in dem Tesla überrascht. Der Software-Sektor, insbesondere Full Self-Driving, könnte sich zu einer stabilen Einnahmequelle entwickeln. Tesla verlagert dieses System zunehmend in ein Abonnementmodell. Wenn ein Großteil der Kunden darauf umsteigt, könnte das jährlich Milliarden einbringen.

Zudem scheint Musk seinen Fokus zu verengen. Durch jüngste Kooperationen und Fusionen innerhalb seiner Unternehmen nimmt der operative Druck ab. Das könnte Raum schaffen, um Tesla strategisch stärker zu steuern. Mehr Fokus bedeutet oft mehr Ruhe für Investoren.

Dabei spielt auch das Vertrauen in Musk selbst eine Rolle. Sein Ruf ist zwar wechselhaft, aber er hat Tesla auch schon durch schwierige Phasen geführt. Für langfristig orientierte Anleger könnte das ein Grund sein, die Aktie nicht abzuschreiben.

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