Weltweit setzen immer mehr traditionelle Institutionen auf die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie. Auch SWIFT, das schlagende Herz des internationalen Zahlungsverkehrs, macht nun einen großen Schritt in Richtung dieser digitalen Infrastruktur. Doch was bedeutet das für ein System, das täglich Billionen US-Dollar an Transaktionen abwickelt?
SWIFT baut Blockchain-Plattform mit Consensys
SWIFT teilt in einer Pressemitteilung mit, dass das Unternehmen gemeinsam mit Ethereum (ETH)-Unternehmen Consensys an einem neuen Blockchain-Prototyp arbeitet. Ziel ist es, grenzüberschreitende Zahlungen schneller, effizienter und direkter abzuwickeln.
Was ist SWIFT genau?
SWIFT ist das Rückgrat des internationalen Zahlungsverkehrs. Das Netzwerk wird von mehr als 11.500 Banken in über 200 Ländern genutzt und ermöglicht täglich Transaktionen im Wert von Billionen US-Dollar. Dennoch steht das System seit Jahren wegen seiner relativen Langsamkeit und der hohen Kosten in der Kritik. Mitunter kann die Abwicklung einer Transaktion Tage dauern.
Die Technologie basiert auf einem zuvor entwickelten Prototyp und nutzt Smart Contracts, um Transaktionen automatisch zu validieren. Consensys, ein Softwareunternehmen, das Anwendungen auf der Ethereum-Blockchain entwickelt, gilt als naheliegender Partner. Gegründet wurde es vom Ethereum-Mitgründer Joseph Lubin.
Laut SWIFT-CEO Javier Pérez-Tasso ist dies „ein wichtiger Schritt, um das Zahlungserlebnis zu erneuern, ohne das Vertrauen zu beeinträchtigen, für das SWIFT bekannt ist“.
Viele Akteure zeigen zudem Interesse an der Anwendung der neuen Blockchain-Plattform. Mehr als dreißig internationale Banken, darunter HSBC, Banco Santander und BNP Paribas, nehmen an der Pilotphase teil.
Ripple vs. SWIFT
Mit dem Einsatz von Blockchain hofft SWIFT, seine Dominanz in einer rasant digitalisierenden Welt zu behaupten. Denn die Konkurrenz steht bereit. Seit Jahren sieht die Krypto-Branche in Ripple einen ernstzunehmenden Herausforderer des traditionellen Zahlungsverkehrs. Das Blockchain-Unternehmen bietet mit dem XRP Ledger (XRPL) eine Alternative für grenzüberschreitende Zahlungen.
Dan Morehead, Chef von Pantera Capital, sagte kürzlich in einem Interview mit CNBC: „Ripple löst ein wichtiges Problem. Schnellere und günstigere Zahlungen sind genau das, was das System braucht.“ Seiner Ansicht nach hat Ripple das Potenzial, einen Teil von SWIFT zu ersetzen.
Ripple-CEO Brad Garlinghouse sagte beim XRPL Apex-Event sogar voraus, dass das Unternehmen innerhalb von fünf Jahren bis zu vierzehn Prozent des weltweiten SWIFT-Verkehrs übernehmen könnte. Das hätte enorme Auswirkungen auf die Nachfrage nach XRP, das innerhalb des XRPL-Ökosystems als Brückenwährung dient.
Chainlink-Zusammenarbeit trägt Früchte
SWIFT arbeitet übrigens seit Jahren mit Chainlink (LINK) zusammen, um eine Brücke zwischen traditionellen Finanzsystemen und Blockchain-Technologie zu schlagen. Diese Zusammenarbeit hat nun zu einem neuen Prototyp geführt, mit dem Banken über bestehende Standards eine Verbindung zu öffentlichen und privaten Blockchains herstellen können.
Dank der Infrastruktur von Chainlink können Institute tokenized assets, digitale Abbildungen realer Vermögenswerte wie Aktien, Immobilien oder Anleihen, verarbeiten, ohne ihre bestehenden Systeme anzupassen. Damit macht SWIFT einen wichtigen Schritt beim Übergang zu einer neuen, digitalen Finanzökonomie.
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