Die Managementkrise beim internationalen Hafenbetreiber DP World ist perfekt, nachdem CEO Sultan Ahmed Bin Sulayem zurücktritt. Anlass sind veröffentlichte E-Mails, die zeigen, dass er jahrelang Kontakt mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte.
Zwei große Investoren haben ihre Zusammenarbeit mit dem Unternehmen eingestellt, was den Druck auf DP World weiter erhöht.
E-Mails enthüllen lange Verbindung
Der in Dubai ansässige Logistikriese bestätigte am Freitag, dass Bin Sulayem seine Position aufgibt. Er wird von Yuvraj Narayan als CEO abgelöst, während Essa Kazim zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats ernannt wurde.
Der Grund für den Rücktritt ist eine Reihe von E-Mails, die belegen, dass Bin Sulayem eine langjährige persönliche und geschäftliche Beziehung zu Epstein pflegte. Diese Korrespondenz wurde letztes Jahr durch Dokumente des US-Justizministeriums veröffentlicht. Darin wird offengelegt, wie die beiden Männer sich gegenseitig beim Aufbau von Netzwerken in der Wirtschaft und Politik unterstützten.
Bemerkenswert ist, dass der Kontakt laut den Dokumenten selbst nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 wegen Anwerbung einer Minderjährigen zur Prostitution weiterging. Weder DP World noch Bin Sulayem haben auf Anfragen zu den E-Mails inhaltlich reagiert.
Investoren setzen Projekte auf Eis
Die Enthüllungen haben unmittelbare Auswirkungen auf das Unternehmen. Mindestens zwei große Investitionspartner haben ihre laufenden oder geplanten Projekte mit DP World ausgesetzt.
Die britische Entwicklungsbank British International Investment teilte mit, dass sie aufgrund der Anschuldigungen keine neuen Investitionen in DP World tätigt.
Auch der kanadische Pensionsfonds Caisse de Dépôt et Placement du Québec, ein wichtiger Partner bei diversen Infrastrukturprojekten, hat seine Beteiligung eingefroren.
Das erhöht die Unsicherheit rund um den Hafenbetreiber, der in 83 Ländern aktiv ist und mehr als 119.000 Mitarbeiter beschäftigt. DP World betreibt unter anderem Jebel Ali, den größten Hafen des Nahen Ostens, und London Gateway im Vereinigten Königreich. Auch in den USA und Afrika besitzt der Konzern umfangreiche logistische Infrastrukturen.
Karriere von Bin Sulayem unter Druck
Bin Sulayem war seit 2019 CEO von DP World und hatte zuvor schon mehrere hohe Positionen in Regierungsinstitutionen in Dubai inne. Er leitete auch den Immobilienentwickler Nakheel, bekannt für die künstlichen Palmeninseln vor der Küste Dubais.
Während der Finanzkrise 2008 verlor er bereits eine prominente Position aufgrund des Zusammenbruchs des Immobilienmarktes. Nun führt die Verbindung zu Epstein zu einem erneuten Absturz.
Ob der Rücktritt von Bin Sulayem ausreicht, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, bleibt vorerst unklar.
Ölpreis steigt auf 91 Dollar: Zinserhöhung wieder ein Thema
Der Ölpreis zieht deutlich an, nachdem Rubio dem Iran vorgeworfen hat, die Verhandlungen mit den USA nicht ernsthaft zu führen. Wie weit kann der Anstieg reichen – und was bedeutet das?
Alphabet legt heute Abend Zahlen vor: Kann Google die KI-Rally retten?
Die Google-Mutter Alphabet legt heute ihre Quartalszahlen vor. Darauf achten Anleger bei den Ergebnissen.
Börsenupdate: Wall Street wartet auf Zahlen von Alphabet und Tesla
An der Wall Street stehen heute zahlreiche wichtige Quartalszahlen an, Samsung will in das europäische Unternehmen Mistral investieren, und der Ölpreis liegt wieder bei 90 Dollar.
Meist gelesen
Kryptoexperte: In 24 Tagen gibt es neue XRP-Millionäre
XRP-Anleger hoffen auf den Durchbruch, weil der US-Senat den Crypto Clarity Act womöglich schon bald auf die Tagesordnung setzt.
Krypto-Anleger prognostizieren XRP-Kurs zum 1. August 2026
Polymarket-Händler sehen für XRP Anfang August eine Wahrscheinlichkeit von 43 Prozent für 1,20 Dollar und von 34 Prozent für einen Kurs unter 1 Dollar.
Ripple erwog Auflösung und Ausschüttung von Milliarden XRP an Anteilseigner
Nach der SEC-Klage im Jahr 2020 prüfte Ripple nach Angaben von CEO Garlinghouse die Einstellung des Betriebs und eine Ausschüttung der eigenen XRP-Bestände an die Anteilseigner.
