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Der südkoreanische Chiphersteller SK Hynix will mit einem Börsengang in den USA 29,4 Milliarden US-Dollar (25,9 Milliarden Euro) einsammeln. Damit könnte es zu den fünf größten Aktienverkäufen aller Zeiten zählen – in einer Größenordnung wie beim Rekorddebüt des Ölkonzerns Saudi Aramco 2019. Rückenwind kommt von der sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach Speicherchips für Künstliche Intelligenz.
SK Hynix will über American Depositary Receipts 45,45 Billionen südkoreanische Won einwerben – Hinterlegungsscheine, die ausländische Aktien an US-Börsen handelbar machen. Der Handelsstart wird laut Börsenprospekt für den 10. Juli erwartet.
Das Kapital soll in neue Produktionskapazitäten sowie in den Kauf von EUV-Anlagen fließen – hochentwickelte Maschinen, die extrem feine Strukturen in Silizium ätzen.
SK Hynix ist der größte Hersteller von HBM-Chips, ultraschnellen Speichermodulen, die KI-Rechenzentren antreiben. Im vierten Quartal 2025 hielt das Unternehmen nach Angaben des Marktforschers Counterpoint Research 57 Prozent dieses Marktes.
Die Aktie in Seoul ist in diesem Jahr um rund 300 Prozent gestiegen, der Konzern wird inzwischen mit mehr als 1 Billion US-Dollar bewertet. Dennoch notiert das Papier niedriger als das des Konkurrenten Micron.
Mit der US-Notierung will SK Hynix diese Bewertungslücke schließen und neue Investoren gewinnen. Chipriese TSMC ist diesen Weg bereits gegangen.
„Engpässe beim HBM-Angebot, in dem koreanische Unternehmen mit einem Marktanteil von 80 Prozent dominieren, dürften voraussichtlich noch jahrelang anhalten“, sagt Indrani De von FTSE Russell.
Der Börsengang ist ein Test für die Risikobereitschaft der Anleger. Anfang des Monats legte SpaceX den bislang größten Börsengang überhaupt hin, und Alphabet, der Google-Konzern, will 85 Milliarden US-Dollar (74,8 Milliarden Euro) für seine KI-Pläne einwerben. Auch die KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI könnten in diesem Jahr auf Summen im zweistelligen Milliardenbereich zielen.
Doch es zeigen sich auch erste Risse. Am Dienstag gaben Chipaktien weltweit nach, nachdem Berichte aufgekommen waren, SK Hynix baue seine KI-Speicherproduktion weniger stark aus als erwartet. Das schürt umgehend Sorgen, wie tragfähig die KI-Rally ist.
Das überrascht kaum, denn KI-Aktien tragen derzeit einen großen Teil des US-Marktes. Sie stehen für rund 45 Prozent des S&P 500 und haben in diesem Jahr mehr als 80 Prozent des Kursgewinns geliefert.
Bröckelt das Vertrauen, droht ein breiter Ausverkauf – und Unternehmen wie SK Hynix stünden dann an vorderster Front. Heute Abend wartet bereits der nächste Härtetest auf die Branche, wenn Micron seine Quartalszahlen vorlegt.
Gleichzeitig fuhr SK Hynix im vergangenen Quartal einen Rekordgewinn von 37,61 Billionen Won ein – mehr als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz hat sich nahezu verdreifacht.
Micron hat mit 41,5 Milliarden US-Dollar Umsatz Rekordwerte erzielt. Die Zahlen liefern genau die Antwort, auf die der nervöse Markt gewartet hat.
Der Euro ist gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gefallen – ausgelöst durch den Rückgang beim Ölpreis.
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