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Die südkoreanische Regierung kündigt weitreichende neue Maßnahmen an, um Geldwäsche mit digitalen Währungen zu erschweren. Anlässlich des Anti-Money Laundering Day gab Lee Eun-woon, Vorsitzender der Financial Services Commission (FSC), bekannt, dass Kryptobörsen künftig bei jeder Transaktion – unabhängig von der Höhe des Betrags – die Identität von Sender und Empfänger überprüfen müssen.
Bisher mussten Kryptobörsen nur Transaktionen über 1 Million Won, rund 680 US-Dollar, kontrollieren. Kriminelle umgingen diese Regel jedoch, indem sie größere Summen in viele kleine Zahlungen aufteilten – eine Methode, die auch als Smurfing bekannt ist. Mit der Schließung dieser Gesetzeslücke will die Regierung verhindern, dass illegale Geldströme aus dem Blickfeld verschwinden. Künftige Kryptotransaktionen sollen vollständig nachverfolgbar sein.
Mit den verschärften Regeln nimmt die südkoreanische Regierung verschiedene Formen von Finanzkriminalität ins Visier, darunter Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Drogenhandel und illegale Auslandsüberweisungen. Viele Kriminelle nutzen digitale Währungen, um Geld schnell und weitgehend unbeaufsichtigt zu verschieben. Daher will die Regierung auch den Zugang zu ausländischen Kryptoplattformen blockieren, die kaum oder gar nicht reguliert sind und häufig zur Geldwäsche eingesetzt werden.
Nicht nur Nutzer, auch Kryptounternehmen selbst sehen sich künftig strengeren Anforderungen gegenüber. Neue Anbieter, die sich als Dienstleister für virtuelle Vermögenswerte registrieren lassen wollen, müssen umfassendere finanzielle Prüfungen durchlaufen. Dabei wird unter anderem auf ausreichendes Eigenkapital, Liquidität und die sichere Verwahrung von Kundengeldern geachtet. Nur Unternehmen, deren Zuverlässigkeit nachweisbar ist, erhalten weiterhin eine Zulassung für den südkoreanischen Markt.
Auch wenn die Maßnahmen deutlich machen, dass die Regierung den Kryptosektor stärker regulieren will, sind die neuen Vorgaben noch nicht in Kraft. Die FSC rechnet damit, den überarbeiteten Regulierungsrahmen in der ersten Hälfte des Jahres 2026 fertigzustellen. Anschließend soll er offiziell bei der Nationalversammlung eingereicht werden, die letztlich über die Zustimmung entscheidet.
Parallel dazu intensiviert die Nationale Steuerbehörde ihre Kontrollen. Die Behörde hat mit Hausdurchsuchungen begonnen, um Cold Wallets und Festplatten von Personen zu beschlagnahmen, die im Verdacht stehen, Kryptowährungen zur Steuerhinterziehung zu nutzen. Mithilfe neuer Analysetools kann die Steuerverwaltung Blockchain-Transaktionen besser nachverfolgen und versteckte Vermögenswerte schneller aufspüren.
Südkorea baut zudem die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie der Financial Action Task Force (FATF) aus. Diese Kooperation soll helfen, grenzüberschreitende Geldwäsche und illegale Finanzströme wirksamer zu bekämpfen.
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