Strategy, das Unternehmen von Michael Saylor, hat im ersten Quartal einen nicht realisierten Verlust von etwa 14,5 Milliarden Dollar auf seine Bitcoin-Position erlitten.
Der Bitcoin-Kurs fiel in diesem Zeitraum um mehr als zwanzig Prozent, der größte Rückgang innerhalb eines ersten Quartals seit 2018. Dennoch kaufte das Unternehmen weiter zu und investierte diese Woche erneut 330 Millionen Dollar in Bitcoin.
Bilanzregeln belasten das Ergebnis erheblich
Der Verlust ist größtenteils auf angepasste Bilanzregeln zurückzuführen, die Strategy letztes Jahr eingeführt hat. Diese verpflichten das Unternehmen, Schwankungen im Marktwert seines Bitcoin-Besitzes direkt in die Quartalszahlen einfließen zu lassen. Bei steigenden Kursen führt das zu Milliarden an Buchgewinnen, bei Rückgängen jedoch zu erheblichen Verlusten.
Am Ende des Quartals besaß Strategy Bitcoin im Wert von über 50 Milliarden Dollar. Aufgrund des Kursrückgangs lag der Wert dieses Bestands jedoch unter dem durchschnittlichen Kaufpreis von über 75.000 Dollar pro Coin. Damit steht das Unternehmen auf dem Papier unter Wasser.
Gleichzeitig meldete Strategy einen aufgeschobenen Steuervorteil von 2,42 Milliarden Dollar, der den Effekt der Verluste teilweise abfedert.
Saylor kauft unvermindert weiter ein
Trotz des erheblichen Buchverlusts hält Saylor an seiner Strategie fest. Zwischen dem 1. und 5. April erwarb Strategy weitere 4.871 Bitcoin für etwa 330 Millionen Dollar, zu einem Durchschnittspreis von 67.700 Dollar pro Coin.
Der Kauf wurde durch die Ausgabe von Stammaktien und sogenannten Stretch Preferred Shares finanziert, einer Art Vorzugsaktie, die 2025 eingeführt wurde. Dieses Instrument bietet eine variable jährliche Rendite von etwa 11,5 Prozent, wobei die Dividende monatlich angepasst wird, um den Kurs um die 100 Dollar zu stabilisieren.
Das Modell steht unter Druck
Die Strategie von Strategy funktionierte am besten, als die Aktie deutlich über dem Wert des Bitcoin-Besitzes gehandelt wurde. In dieser Situation konnte Saylor problemlos neue Aktien ausgeben, damit Bitcoin kaufen und den Prozess fortsetzen. Diese Prämie ist mittlerweile weitgehend verschwunden, während die Kapitalmärkte enger werden.
Deshalb verschiebt sich der Fokus zunehmend auf Vorzugsaktien. Diese verhindern eine Verwässerung für bestehende Aktionäre, bringen jedoch feste Verpflichtungen mit sich. Strategy wechselt je nach Marktbedingungen und Investoreninteresse zwischen Stamm- und Vorzugsaktien.
Letzten Monat gab das Unternehmen bekannt, insgesamt 42 Milliarden Dollar aufbringen zu wollen, verteilt auf 21 Milliarden über Stammaktien und 21 Milliarden über Vorzugsaktien.
Kann das Modell Bestand haben?
Die Kernfrage ist einfach: Kann der Bitcoin-Kurs schneller steigen als die Verpflichtungen von Strategy? Das Unternehmen verfügt über eine Barreserve von etwa 2,25 Milliarden Dollar, ausreichend, um Zinsen und Ausschüttungen noch gut zwei Jahre zu decken.
Doch wenn der Bitcoin-Kurs längere Zeit unter dem durchschnittlichen Kaufpreis bleibt, wird es zunehmend schwieriger, neue Investoren zu gewinnen. Das Modell basiert letztlich auf steigenden Preisen. Ohne diese verwandelt es sich in eine Konstruktion, bei der die Schulden steigen, während der zugrunde liegende Besitz unter Druck steht.
Vorerst bleibt Saylor von seiner Strategie überzeugt. Dennoch zeigt das erste Quartal 2026, dass dieser Ansatz nicht ohne Risiko ist. Ein Buchverlust von 14,5 Milliarden Dollar ist schwer zu übersehen.
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