Strategy (MSTR) ist derzeit die am meisten geshortete große Aktie der Vereinigten Staaten. Investoren haben Milliarden von Dollar auf einen Kursrückgang des Unternehmens gesetzt, das für seinen enormen Bitcoin-Bestand bekannt ist. Wer jedoch glaubt, dass Wall Street massiv mit einem Crash rechnet, zieht möglicherweise voreilige Schlüsse.
Short-Positionen machen 14 Prozent der Marktkapitalisierung aus
Nach Angaben von FactSet und Goldman Sachs steht Strategy an der Spitze der am meisten geshorteten Aktien in den USA. Diese Short-Positionen entsprechen etwa 14 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung, was in Milliarden Dollar an Wetten auf einen Rückgang umgerechnet wird.
Analyst Ted schrieb auf X, dass die Netto-Shortposition in MSTR auf fast 4,85 Milliarden Dollar angestiegen ist. Er warnte, dass, sollte Bitcoin Aufwärtsbewegung zeigen, ein Short Squeeze in der Aktie ungeahnte Ausmaße annehmen könnte.
Ein Short Squeeze tritt ein, wenn Anleger, die auf einen Rückgang setzen, ihre Positionen bei steigenden Kursen zurückkaufen müssen. Dies führt zu zusätzlichem Kaufdruck, wodurch die Aktie kurzfristig stark steigen kann.
Ist Strategy wirklich zu pessimistisch bewertet?
Auf den ersten Blick deuten so viele Short-Positionen auf Pessimismus gegenüber Strategy hin. Das Unternehmen besitzt laut BitcoinTreasuries 717.722 Bitcoin, deren aktueller Wert bei etwa 46,89 Milliarden Dollar liegt. Seit Oktober hat sich der Bitcoin-Kurs jedoch halbiert, wodurch Strategy auf dem Papier tief in den roten Zahlen steht.
Dennoch könnte ein großer Teil der Short-Positionen Teil eines sogenannten Basis-Trades sein. Händler versuchen, von Preisunterschieden zwischen eng verbundenen Märkten zu profitieren. In diesem Fall kaufen sie beispielsweise einen Spot-Bitcoin-ETF, wie den iShares Bitcoin Trust von BlackRock (IBIT), und eröffnen gleichzeitig eine Shortposition in Strategy. Sie zielen dabei nicht auf einen Crash ab, sondern auf die Differenz zwischen dem Börsenwert von Strategy und dem Wert der BTC, die das Unternehmen besitzt.
Brian Brookshire, Spezialist für Bitcoin-Reserveunternehmen, äußerte sich dazu auf X: Er vermutet, dass ein großer Teil dieses Short-Interesses immer noch ein MSTR/BTC-Basisgeschäft ist. Insbesondere Jane Street hat kürzlich eine auffallend große Position in IBIT aufgebaut.
Michael Saylor kauft weiter zu
Strategy kauft derweil weiter kräftig ein. Anfang dieser Woche wurde bekannt, dass das Unternehmen seinen 100. Bitcoin-Kauf abgeschlossen hat. Gründer Michael Saylor gibt an, sich keine Sorgen über niedrigere BTC-Preise zu machen. Er betont, dass das Unternehmen über ausreichend Kapital und Finanzierungsmöglichkeiten verfügt, um die Strategie unabhängig von kurzfristigen Schwankungen fortzusetzen.
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