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Die Europäische Zentralbank (EZB) prüft im März erneut die Auswirkungen des starken Euro auf die Inflation. Vorstandsmitglied Piero Cipollone betont, dass der Wechselkurs mittlerweile eine entscheidende Rolle in den Inflationserwartungen spielt. Dies könnte Folgen für die Zinspolitik der Zentralbank haben.
Der Wert des Euro ist in den vergangenen Wochen gestiegen, während die Inflation in der Eurozone auf 1,7 Prozent gesunken ist. Das liegt deutlich unter dem Ziel der EZB. Eine starke Währung macht importierte Güter günstiger, was den Preisdruck weiter senken kann. Innerhalb der EZB wächst daher die Besorgnis über eine anhaltend niedrige Inflation.
Laut Cipollone wird die EZB im März bei den neuen Quartalsprognosen bewerten, ob der Aufschwung des Euro die Inflation weiter dämpft. Sollte dies der Fall sein, könnte die Diskussion über Zinssenkungen an Fahrt gewinnen.
Obwohl die EZB kein offizielles Ziel für den Wechselkurs hat, wird dieser in die wirtschaftlichen Projektionen einbezogen. Cipollone betont, dass sich der Euro gegenüber dem Dollar seit Monaten in einer relativ stabilen Bandbreite bewegt. Ein temporärer Anstieg zu Beginn des Jahres wird in der Bank nicht als besorgniserregend angesehen.
Die Situation bleibt jedoch heikel. Ein dauerhaft starker Euro kann die Inflation strukturell unter Druck setzen, was das Bestreben der EZB, Preisstabilität zu gewährleisten, erschwert.
In der vergangenen Woche ließ die Zentralbank die Zinsen zum fünften Mal in Folge unverändert. Präsidentin Christine Lagarde erklärte, die EZB befinde sich in einer „guten Position“. Dennoch bleibt die Unsicherheit groß. Investoren rechnen mit einer möglichen Zinssenkung im Laufe des Jahres, abhängig von der weiteren Entwicklung der Inflation.
Die Zentralbank hat den Leitzins im vergangenen Jahr bereits achtmal gesenkt, doch weitere Schritte hängen von den wirtschaftlichen Aussichten und der Rolle des Euro ab. Eine starke Währung in Kombination mit schwachem Wachstum stellt dabei ein schwieriges Dilemma dar.
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