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Der Stablecoin-Markt nimmt rasant Fahrt auf. Im dritten Quartal 2025 schnellte die Nettozufuhr von Stablecoins auf 46 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg um satte 324 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Was treibt dieses bemerkenswerte Wachstum?
Aus Daten der Analyseplattform RWA.xyz geht hervor, dass den größten Beitrag zu diesen Milliarden-Zuflüssen die Stablecoin-Giganten Tether (USDT) und Circle (USDC) leisten. Diese Token verbuchten Nettozuflüsse von 19,6 beziehungsweise 12,3 Milliarden US-Dollar.
Ein auffälliger Neuzugang ist Ethenas USDe, ein synthetischer Stablecoin, der den Wert des US-Dollars algorithmisch nachbildet. Allein in drei Monaten wuchs der Token um 9 Milliarden US-Dollar. Auch PayPal USD (PYUSD) und MakerDAOs USDS legten jeweils um über 1 Milliarde US-Dollar an Marktkapitalisierung zu.
Die Nettozuflüsse von Stablecoins spiegeln die Differenz zwischen ausgegebenen und zurückgekauften Token wider. Steigt etwa die Nachfrage nach USDC, prägt der Emittent Circle neue Token und hinterlegt dafür eine gleich hohe Menge US-Dollar als Reserve. Werden die Token später wieder eingelöst, verschwinden sie aus dem Umlauf, und das Gesamtangebot sinkt.
Die Zuflüsse sind enorm. Dadurch ist Tether (USDT) inzwischen wieder das drittgrößte Krypto-Projekt der Welt und hat XRP überholt. Aktuell liegt die Marktkapitalisierung bei 174,4 Milliarden US-Dollar.

Ethereum (ETH) bleibt mit Abstand das dominante Netzwerk für Stablecoins, mit einem Umlaufangebot von 171 Milliarden US-Dollar. Tron (TRX) folgt mit 76 Milliarden. Kleinere Netzwerke wie Solana (SOL), Arbitrum (ARB) und BNB Chain bilden zusammen eine Minderheit mit weniger als 30 Milliarden US-Dollar an Stablecoins.
Die Zahlen sind beeindruckend, noch bemerkenswerter ist jedoch die Dominanz des US-Dollars: Mehr als 99 Prozent aller Stablecoins sind an ihn gekoppelt. Diese Dominanz verschafft den Vereinigten Staaten erheblichen Einfluss. Die Vermögenswerte hinter diesen Stablecoins bestehen größtenteils aus US-Staatsanleihen. So stärken Stablecoins die Nachfrage nach US-Schuldtiteln und festigen die Rolle des Dollars im globalen Finanzsystem.
Laut EZB-Direktor François Villeroy de Galhau droht Europa seine monetäre Souveränität zu verlieren. In einem Interview warnte er: „Das Risiko besteht, dass Europa bald mit einer Quasi-Währung konfrontiert ist, die vollständig in den Händen nicht-europäischer Akteure liegt.“
Zum Glück bewegt sich in Europa etwas. Als Reaktion arbeiten neun große europäische Banken an einem eigenen Euro-Stablecoin. Unter Führung von ING wurde in den Niederlanden ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das ab 2026 einen MiCA-konformen digitalen Euro lancieren will. Die Währung soll als strategische Alternative zur US-Dominanz dienen.
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