Kryptowährungen versenden wie Nachrichten – das verspricht tether.wallet, die brandneue App des Stablecoin-Riesen Tether. Das Unternehmen hinter der weltweit größten Stablecoin USDT hat gestern seine erste eigene Wallet-App gestartet, mit der Nutzer einfacher denn je Stablecoins, Bitcoin (BTC) und tokenisiertes Gold versenden können.
Tether.wallet
Gestern verkündete das Unternehmen die Einführung von tether.wallet, einer Wallet, bei der die Nutzer die volle Kontrolle über ihre Kryptowährungen haben. Es ist das erste Mal, dass Tether eine eigene App für Endverbraucher auf den Markt bringt.
Tether ist vor allem als Herausgeber des 185 Milliarden Dollar großen USDT bekannt. Diese an den Dollar gekoppelte Kryptowährung wurde 2014 eingeführt und hat sich als das Schmiermittel des Kryptomarkts etabliert. Der Großteil aller Kryptotransaktionen wird in USDT abgewickelt.
Mehr als 570 Millionen Menschen nutzen USDT, doch Tether spielt dabei eine überraschend kleine Rolle. Das Unternehmen gibt die Stablecoin heraus, danach läuft alles über öffentliche Blockchains und Drittanbieter-Plattformen wie Kryptobörsen und Zahlungs-Apps.
Mit tether.wallet will das Unternehmen dies ändern und erstmals direkt den Endnutzer ansprechen.
Neben USDT unterstützt die Wallet auch USAT, die im Januar eingeführte Stablecoin von Tether für den US-Markt, das goldgedeckte Token XAUT und Bitcoin. Bitcoin funktioniert in der Wallet sowohl über die reguläre Blockchain als auch über das Lightning Network, eine zusätzliche Schicht, die Transaktionen nahezu in Echtzeit und zu minimalen Kosten abwickelt.
„Die Wallet des Volkes“
Die App löst einige bekannte Frustrationen. Nutzer müssen keine langen, fehleranfälligen Wallet-Adressen mehr eingeben. Stattdessen arbeitet die Wallet mit lesbaren Namen wie „name@tether.me“.
Ein weiteres Ärgernis, das die App beseitigt, sind die Transaktionskosten. Auf den meisten Blockchains benötigt man ein separates Gas-Token, um eine Transaktion zu verarbeiten, etwa Ether im Ethereum-Netzwerk. Bei tether.wallet ist das nicht nötig. Die Kosten werden einfach von der versendeten Coin abgezogen.
Tether-CEO Paolo Ardoino bezeichnet die App als „die Wallet des Volkes“. Laut ihm ist dies der logische nächste Schritt nach jahrelangem Aufbau der zugrunde liegenden Infrastruktur.
„Nutzer sollten Wert so einfach versenden können wie eine Nachricht, ohne von Zwischenhändlern abhängig zu sein und ohne die Kontrolle über ihre Besitztümer aufzugeben,“ sagte Ardoino.
Die Wallet basiert auf Tethers eigener Open-Source-Wallet-Development-Kit, einem Toolkit, das auch von anderen Anbietern genutzt wird. Beispielsweise verwendet die Videoplattform Rumble es bereits für Zahlungen an Videomacher.
Zum Start funktioniert die Wallet auf Ethereum (ETH), Polygon (POL), Plasma und Arbitrum (ARB). Weitere Blockchains werden folgen. Mit diesem Schritt tritt Tether in Konkurrenz zu etablierten Wallet-Anbietern wie MetaMask und Phantom.
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