Bitcoin (BTC) und der Rest des Kryptomarktes hatten einen denkbar schlechten Wochenstart. Der wieder entfachte Handelskonflikt zwischen den USA und der Europäischen Union, in dessen Zentrum Grönland steht, führte zu einem deutlichen Einbruch. Dieses Thema wird die kommenden Tage dominieren, obwohl noch viele andere wichtige Punkte auf der Agenda stehen.
Krisenmanagement in Davos
Diese Woche findet das jährliche Treffen des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos statt. Es bietet Donald Trump und europäischen Führungspersönlichkeiten die Gelegenheit, den aufgeflammten Konflikt zu entschärfen.
Trump will Grönland um jeden Preis als 51. Bundesstaat der USA eingliedern. Daher droht er mit Importzöllen auf acht europäische Länder, die Truppen in das dänische Gebiet entsandt haben.
Die EU bereitet derweil Gegenmaßnahmen vor, um sich gegen den amerikanischen Präsidenten zu wappnen. Es wird sogar eine „Handelsbazooka“ in Betracht gezogen, was die Situation schnell eskalieren ließ.
Auch NATO-Chef Mark Rutte ist in Davos anwesend. Er ließ gestern Abend auf der Social-Media-Plattform X verlauten, dass er mit Trump über die Lage in Grönland gesprochen habe und sich auf ein weiteres Treffen freue.
Die Unruhen um Grönland haben den Bitcoin stark getroffen. Über Nacht fiel der Kurs um 3,6 Prozent von 95.500 Dollar auf ein Tief von 92.000 Dollar.
Auch die US-Futuresmärkte eröffneten tief im Minus und der niederländische AEX bleibt nicht von Verkaufsdruck verschont. Analysten des Kobeissi Letters sprechen von einer „interessanten Woche“. Es wird tatsächlich ereignisreich, da noch viele Punkte auf dem Programm stehen.
Einflüsse auf den Bitcoin-Kurs
Am Dienstag entscheidet der Oberste Gerichtshof der USA über die Rechtmäßigkeit der weltweiten Importzölle von Donald Trump. Diese Zölle sind zu einem wichtigen politischen Machtinstrument geworden, doch ein untergeordnetes Gericht entschied Ende August, dass sie gegen das Gesetz verstoßen.
Durch die jüngste Eskalation mit der Europäischen Union steht nun viel auf dem Spiel. Ein Urteil zugunsten Trumps würde ihm mehr Spielraum geben, den Druck zu erhöhen, während ein Rückschlag für neue Unsicherheiten auf den Märkten sorgen könnte.
Am Donnerstag dreht sich alles um die US-Wirtschaft. Dann wird der PCE-Preisindex für November veröffentlicht, die Inflationskennzahl, auf die die US-Notenbank am meisten achtet.
Eine niedrigere Inflation gibt der Federal Reserve mehr Spielraum, die Zinsen zu senken. Niedrigere Zinsen machen Kredite günstiger, erhöhen die Geldmenge und fördern normalerweise risikoreiche Anlagen wie Aktien und Krypto.
Zusätzlich wird die zweite Schätzung des BIP-Wachstums für das dritte Quartal veröffentlicht. Fällt diese höher aus als erwartet, deutet das auf eine stärkere Wirtschaft hin. Und eine starke Wirtschaft bildet das Fundament für einen Bullenmarkt.
Am Freitag folgen die PMI-Daten. Diese Zahlen geben Einblick in die Aktivität in der Industrie- und Dienstleistungsbranche. Ein Wert über 50 deutet auf Wachstum hin, darunter auf Schrumpfung. Anleger nutzen den PMI oft als schnellen Indikator für den aktuellen Zustand der Wirtschaft.
Außerdem steht eine arbeitsreiche Woche mit Unternehmensberichten bevor. Ungefähr 10 Prozent der Unternehmen im S&P 500 veröffentlichen ihre Quartalsergebnisse. Diese Ergebnisse können die Stimmung an der Börse stark beeinflussen und damit auch Auswirkungen auf den Kryptomarkt haben.
Heute bleibt es noch ruhig. An der Wall Street ist aufgrund des Martin Luther King Day geschlossen. In den letzten Stunden stabilisiert sich der Bitcoin-Kurs daher um die 93.000 Dollar.
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