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SpaceX plant einen Börsengang mit einer Bewertung von etwa 1,8 Billionen Dollar. Damit könnte das Raumfahrt- und KI-Unternehmen von Elon Musk den größten Börsengang aller Zeiten realisieren.
Laut den überarbeiteten Börsendokumenten plant SpaceX, 555,6 Millionen Aktien zu einem Preis von 135 Dollar pro Stück zu verkaufen. Das würde 75 Milliarden Dollar einbringen. Sollten Banken via Greenshoe-Option zusätzliche Aktien verkaufen dürfen, könnte der Erlös auf bis zu 86 Milliarden Dollar steigen.

Der Börsengang ändert wenig an der Macht von Elon Musk innerhalb von SpaceX. Aufgrund einer speziellen Aktienklasse behält er etwa 82 Prozent der Stimmrechte. Das bedeutet, dass neue Anleger zwar wirtschaftlich teilnehmen, aber kaum Einfluss auf die Unternehmensführung haben. Musk bleibt die dominante Machtfigur.
Damit kontrolliert er künftig zwei der wertvollsten Unternehmen der USA: Tesla und SpaceX. Das ist in der modernen Börsengeschichte nahezu beispiellos.
Die Bewertung ist ambitioniert. SpaceX ist laut den vorgelegten Zahlen noch verlustreich und würde zum IPO-Preis bei etwa dem 92-fachen des Jahresumsatzes gehandelt werden.
Das liegt weit über den Bewertungen der meisten großen Technologieunternehmen. Anleger zahlen somit nicht für den aktuellen Gewinn, sondern für eine Zukunftsvision, in der SpaceX sehr viel mehr als ein Raketenunternehmen ist.
Diese Zukunftsvision umfasst Starlink, KI-Infrastruktur, orbitale Rechenzentren, Asteroidenbergbau und letztlich Passagierflüge zum Mond und Mars.
Auffällig ist, dass SpaceX KI als potenziell größten Markt nennt. Der Erlös aus dem Börsengang soll zunächst in den Ausbau der KI-Infrastruktur fließen. Danach folgen Investitionen in Raketen und der weitere Ausbau von Starlink.
Damit positioniert sich SpaceX nicht nur als Raumfahrtunternehmen, sondern als Teil des breiteren KI-Wettrennens. Das passt zur aktuellen Marktsituation, in der Anleger fast alles kaufen wollen, das eine glaubwürdige Verbindung zur künstlichen Intelligenz hat.
Das Timing ist ebenfalls kein Zufall. Alphabet will zig Milliarden für KI-Investitionen aufnehmen, Anthropic hat vertrauliche Börsendokumente eingereicht und auch bei OpenAI wird in Kürze ein Börsengang erwartet.
Der Börsengang von SpaceX wird eine enorme Herausforderung für Wall Street. Die Frage ist, ob die Anleger über genügend Kapital verfügen, um solche Megadeals zu absorbieren, ohne Geld aus bestehenden Aktien abzuziehen.
Die bevorstehende IPO-Welle könnte Liquidität aus dem Markt ziehen. Wer SpaceX, OpenAI oder Anthropic kaufen will, muss möglicherweise anderswo Positionen verkleinern. Das könnte Druck auf andere KI-Aktien oder risikoreiche Anlagen ausüben.
Gleichzeitig könnte ein erfolgreicher Börsengang den Optimismus weiter anheizen. Wenn SpaceX mühelos zig Milliarden Dollar bei einer Bewertung von fast 1,8 Billionen Dollar aufnimmt, bestätigt das die hohe Risikobereitschaft an der Wall Street.
Nicht jeder ist begeistert. Große Pensionsfonds haben Bedenken hinsichtlich der Unternehmensführung von SpaceX geäußert. Sie kritisieren, dass Musk zu sehr vor Rechenschaftspflicht geschützt wird.
Das ist besonders heikel, da viele Indexfonds SpaceX wahrscheinlich kaufen müssen, sobald die Aktie in große Indizes aufgenommen wird. Passive Anleger erhalten dann Zugang zu einem Unternehmen, in dem sie wenig Einfluss haben.
Für einige institutionelle Anleger stellt das ein ernstes Problem dar. Sie kaufen dann nicht nur die Wachstumsstory, sondern auch eine Unternehmensführung, in der eine Person nahezu alles bestimmt.
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