Sony Music hat Maßnahmen ergriffen, um Unternehmen vor dem Missbrauch von urheberrechtlich geschütztem Material für Zwecke im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) zu warnen.
Mehr als 700 Unternehmen kontaktiert
Am 16. Mai wurde ein Brief veröffentlicht, den Sony an mehr als 700 Unternehmen gesendet hat. In diesem Brief verbietet Sony ihnen ausdrücklich, ihre Musik für das Training, die Entwicklung oder Kommerzialisierung von KI-Systemen zu verwenden. Zudem lehnt Sony jede Text- und Datenanalyse ihres Inhalts ab.
„Dieser Brief dient dazu, Sie direkt darauf hinzuweisen und zu wiederholen, dass die Labels von Sony jegliche Nutzung ihrer Inhalte ausdrücklich untersagen“, heißt es in dem Schreiben. Sony und die von ihnen vertretenen Künstler erkennen das erhebliche Potenzial und die Fortschritte der KI an. Jedoch entzieht die unbefugte Nutzung ihres Materials für das Training, die Entwicklung oder Kommerzialisierung von KI-Systemen Sony die Kontrolle und die angemessene Vergütung.
Sony vertritt einige der größten Musikkünstler der Gegenwart, darunter Beyoncé, Adele und Harry Styles. Der Brief wurde an Entwickler von KI-Technologie, wie OpenAI, Microsoft und Google, sowie an Anbieter von Musikstreaming-Diensten, wie Spotify und Apple Music, gesendet.
Anwendung von „Best Practices“
Sony fordert die Unternehmen auf, „Best Practices“ anzuwenden, um Künstler und Songwriter zu schützen, und warnt davor, ihre Daten ohne Zustimmung zu extrahieren und zu nutzen. Zudem bittet Sony die Streamingdienste, ihre Nutzungsbedingungen zu aktualisieren, um das Verbot der Datenanalyse und des Trainings mit ihren Inhalten zu betonen.
Den Entwicklern wurde mitgeteilt, dass Sony aufgrund der Art ihrer Aktivitäten und der veröffentlichten Informationen über ihre KI-Systeme Grund zu der Annahme hat, dass sie möglicherweise bereits unbefugt Sony-Inhalte für das Training, die Entwicklung oder Kommerzialisierung von KI-Systemen genutzt haben. Sony stellte klar, dass der Einsatz von automatisierten Analysetechniken, die darauf abzielen, Texte und Daten in digitaler Form zu analysieren, um Informationen wie Muster, Trends und Korrelationen zu generieren, verboten ist.
Eine Woche Zeit zur Bereitstellung von Details
Die Entwickler haben bis zur nächsten Woche Zeit, um Details zu allen Inhalten bereitzustellen, die für ihre Modelle verwendet wurden. Berichten zufolge sind die Führungskräfte von Sony besorgt, dass bereits große Mengen an Musik des Unternehmens „abgegriffen“ wurden und möchten Klarheit über die ersten Schritte möglicher rechtlicher Verfahren schaffen.
Die Musikindustrie ist aktiv im Kampf gegen KI-Technologien, die Künstler missbrauchen oder urheberrechtlich geschütztes Material missbrauchen. Dieses Problem beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Musikindustrie. Schriftsteller, Schauspieler und andere Kreative, die regelmäßig Werke veröffentlichen, haben bereits Klagen eingereicht oder Koalitionen gegen große KI-Entwickler gebildet, um gegen die unbefugte Nutzung ihrer Inhalte vorzugehen.
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