Der Bitcoin-Kurs reagiert zunehmend auf Äußerungen aus dem Weißen Haus. Seit Donald Trump erneut Präsident ist, verfolgen Kryptohändler seine Politik und Aussagen genau. Neue Importzölle, Pläne für eine nationale Krypto-Reserve und Reden über Amerika als „Bitcoin-Weltmacht“ führen zu sichtbaren Marktbewegungen.
Bitcoin-Kurs unter Druck durch Handelstarife
Cointelegraph analysierte verschiedene Aussagen und politische Maßnahmen von Trump und verglich sie mit den Bewegungen des Bitcoin-Kurses.

Wenn Trump neue Importzölle ankündigt, reagieren Anleger häufig vorsichtig. Sie reduzieren Risiken und verkaufen Anlagen, die als volatil gelten. Bitcoin zählt weiterhin dazu.
Anfang April kündigte Trump eine breite Palette von Importzöllen an. Der Bitcoin-Kurs fiel noch am selben Tag um 5,7 Prozent. Ähnliche Rückgänge folgten bei früheren und späteren Tarifplänen.
Diese Reaktion ist erklärbar. Höhere Einfuhrzölle verteuern Produkte und können die Inflation anheizen. Das setzt das Zinsniveau der Federal Reserve unter Druck. Fed-Vorsitzender Jerome Powell sagte zuvor, dass Zinssenkungen möglicherweise schneller erfolgt wären, wenn die wirtschaftliche Unsicherheit geringer gewesen wäre.
Für Kryptoinvestoren sind niedrigere Zinsen von Bedeutung. Wenn Kreditaufnahmen günstiger werden, kommt mehr Geld in Umlauf. Dieses Kapital sucht oft nach Rendite und fließt schneller in risikoreiche Anlagen wie Bitcoin. Bleiben die Zinsen länger hoch, bremst das hingegen die Nachfrage nach Krypto.
Kurzfristige Impulse durch Pro-Krypto-Politik
Dennoch kann Trump dem Markt auch Impulse geben. Kurz nach seinem Amtsantritt richtete er eine spezielle Krypto-Arbeitsgruppe ein. Nicht lange danach folgte der Plan für eine nationale Bitcoin-Reserve, in der beschlagnahmte BTC gespeichert statt verkauft werden.
Dies wurde von Investoren als positives Signal gewertet. Im Juli wurde zudem das sogenannte Genius-Gesetz verabschiedet. Dieses Gesetz bietet Unternehmen, die digitale Dollars ausgeben wollen, mehr Klarheit, unter anderem über Reserveanforderungen.
Zusätzlich verabschiedete der Kongress ein Anti-CBDC-Gesetz. Es soll verhindern, dass die Zentralbank eigenständig eine digitale Dollarwährung entwickelt oder herausgibt, ohne die Zustimmung des Kongresses. Befürworter argumentieren, dass dies verhindert, dass die Regierung direkte Kontrolle über digitale Konten der Bürger erhält und Transaktionen überwachen kann.
Nach solchen Ankündigungen steigt der Bitcoin-Kurs oft um ein paar Prozentpunkte. Der Effekt erweist sich jedoch meist als vorübergehend. Ohne neue Gesetzgebung oder konkrete Umsetzung schwindet der Optimismus schnell.
Makroökonomie wiegt schwerer als Politik
Obwohl Trump klar Einfluss auf das Marktsentiment hat, scheint das derzeit negative Sentiment vor allem durch makroökonomische Entwicklungen und historische Marktzyklen bestimmt zu werden.
Es herrscht Unruhe rund um künstliche Intelligenz. Einige Anleger befürchten eine neue Blase, die in einer Finanzkrise enden könnte. Andere sorgen sich um die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt. Eine umfassende Automatisierung könnte Arbeitsplätze kosten und die Kaufkraft unter Druck setzen.
Zudem betrachten viele Analysten den vierjährigen Zyklus von Bitcoin. Laut dieser Theorie erreicht BTC etwa 500 bis 550 Tage nach einer Halving-Periode seinen Höhepunkt, woraufhin ein Bärenmarkt folgt. Die letzte Halving fand im April 2024 statt. Im Herbst wurde die Marke von über 500 Tagen erreicht.
Nach einem Allzeithoch von etwa 126.000 Dollar ist der Bitcoin-Kurs stark zurückgefallen. Dies passt laut Anhängern dieser Theorie in die aktuelle Phase des Zyklus. Dieser Rückgang ist zudem stärker als die Kursbewegungen nach einzelnen Aussagen von Trump.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels liegt der Bitcoin-Kurs bei etwa 67.300 Dollar. Einige Analysten sehen in dieser Korrektur Parallelen zu historischen Mustern früherer Marktzyklen.
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