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Nach Wochen abrupter Kursbewegungen kehrt an den Finanzmärkten allmählich wieder Ruhe ein. Sowohl die erwartete Volatilität rund um Bitcoin (BTC) als auch beim S&P 500 geht deutlich zurück. Analysten fragen sich nun, ob damit die Tür für eine Jahresendrallye aufgeht – auf die viele Anleger bereits seit Längerem hoffen.
Die sogenannte implizite Volatilität von Bitcoin, ein Maß dafür, wie viel Bewegung Händler in den kommenden Wochen erwarten, ist laut dem BVIV-Index von Volmex auf 51 Prozent im Jahresvergleich gefallen.
Das ist eine deutliche Korrektur nach einem Hoch von fast 65 Prozent. Diese Spitze fiel in die Phase, in der der Bitcoin Kurs rasch von rund 96.000 Dollar auf ein Tief von 80.000 Dollar absackte. Auch andere Volatilitätsbarometer wie DVOL von Deribit zeigten dasselbe Muster.
Auf der Aktienseite fiel der VIX-Index von 28 Prozent auf 17 Prozent zurück. Der VIX ist der bekannteste Gradmesser für die erwartete Schwankungsbreite des S&P 500. Ein Rückgang wird in der Regel als Zeichen dafür gewertet, dass die Unruhe am Markt nachlässt. Historisch ist es häufig so, dass eine Phase stabiler VIX-Werte mit steigenden Kursen einhergeht.
Bitcoin selbst kletterte in den vergangenen Tagen wieder auf 92.000 Dollar. Seit Ende vergangenen Jahres zeigt die Kryptowährung immer häufiger eine umgekehrte Beziehung zu ihrem eigenen Volatilitätsindex. Das bedeutet: Kehrt Ruhe in den Optionsmarkt ein, steigt der Bitcoin Kurs tendenziell häufiger. Nach Ansicht von Marktbeobachtern ist das ein Hinweis darauf, dass sich Bitcoin zunehmend wie klassische Anlageklassen verhält, bei denen eine geringere Marktspannung oft zu Aufwärtsbewegungen führt.
Ein wichtiger Treiber hinter der nachlassenden Nervosität ist die rasant wachsende Erwartung, dass die Federal Reserve (Fed), die US-Notenbank, im Dezember doch noch die Zinsen senkt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte lag vor einer Woche noch bei 39 Prozent, inzwischen wird sie auf rund 85 Prozent geschätzt. Die übrigen 15,3 Prozent rechnen mit unveränderten Zinsen.
Nach Einschätzung von Dr. Sean Dawson, Forschungsleiter bei Derive, hat das die Stimmung deutlich gedreht. „Die Märkte bewegen sich an einem empfindlichen Kipppunkt, aber das Sentiment hat sich klar stabilisiert, seit die Erwartungen an eine Zinssenkung wieder zunehmen“, sagt er.
Diese Veränderung zeigt sich auch am Optionsmarkt. Die sogenannte Call-Put-Skew, ein Maß dafür, ob Anleger mehr für Aufwärts- oder für Abwärtsschutz zahlen, liegt derzeit bei etwa minus 5 Prozent. In der vergangenen Woche lag sie noch zwischen minus 7 und minus 10 Prozent.
Der Rückgang hängt vor allem mit der geringeren Nachfrage nach Put-Optionen zusammen. Eine Put-Option ist ein Vertrag, mit dem sich ein Anleger gegen fallende Kurse absichern kann. Laut Dawson zahlen Händler dafür nun weniger als zuvor. „Das passt zu einer abnehmenden Angst und einem teilweisen Abbau defensiver Positionen“, sagt er.
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