Laut der Silicon Valley Bank (SVB) markiert 2025 die Wiederherstellung der institutionellen Position von Kryptowährungen, während 2026 das Jahr wird, in dem digitale Vermögenswerte stärker in das Finanzsystem integriert werden.
Dank verbesserter Regulierung, zunehmender Beteiligung institutioneller Akteure und der Wiederöffnung der Kapitalmärkte verlagert sich der Fokus von Preisschwankungen hin zur zugrunde liegenden Infrastruktur.
Größere Investitionen in ausgewählte Krypto-Unternehmen
Die Silicon Valley Bank beobachtet eine Entwicklung des Krypto-Sektors von experimentellen Pilotprojekten hin zu großflächigen Anwendungen. Institutionelles Kapital fließt zunehmend in Krypto-Unternehmen. Im Jahr 2025 stiegen die Investitionen in US-amerikanische Krypto-Firmen um 44 Prozent auf etwa 7,9 Milliarden Dollar.
Gleichzeitig ging die Anzahl der Deals zurück, aber die durchschnittliche Investition wuchs auf 5 Millionen Dollar. Dies deutet auf ein wachsendes Vertrauen, aber auch auf eine erhöhte Selektivität der Investoren hin.
Unternehmen bauen Reserven auf und Banken bieten Krypto-Dienste an
Gleichzeitig nehmen Unternehmen Kryptowährungen in ihre Bilanzen auf. Im dritten Quartal 2025 hielten mindestens 172 börsennotierte Unternehmen zusammen etwa 5 Prozent der im Umlauf befindlichen Bitcoins (BTC). Das amerikanische Unternehmen Strategy besitzt mit 717.131 BTC den größten Bestand in seiner Bilanz.
Auch traditionelle Banken betreten die Krypto-Branche. JPMorgan Chase arbeitet daran, Bitcoin und Ethereum (ETH) als Sicherheiten zu akzeptieren, während andere Finanzinstitute Handels- und Verwahrdienste für digitale Vermögenswerte anbieten.
SVB erwartet, dass Banken ihr Angebot an Kredit-, Custody- und Abwicklungsdiensten erweitern, sobald die Regulierungen klarer werden.
Viele Übernahmen und mehr Krypto-Unternehmen mit Banklizenzen
Die Konsolidierung in der Branche beschleunigt sich. Im Jahr bis September 2025 wurden über 140 von Risikokapital finanzierte Krypto-Unternehmen übernommen. Große Deals, wie die Übernahme von Deribit durch Coinbase und der Kauf von NinjaTrader durch Kraken, zeigen, dass Unternehmen milliardenschwere Übernahmen interner Produktentwicklung vorziehen.
Zugleich beantragen immer mehr Blockchain-Unternehmen Banklizenzen beim Office of the Comptroller of the Currency (OCC), der US-amerikanischen Bankenaufsicht. Institutionen wie BitGo, Circle Internet Financial, Fidelity Digital Assets, Paxos und Ripple erhielten bereits vorläufige Genehmigungen. Laut SVB ist dies ein bedeutender Wendepunkt.
Stablecoins und Tokenisierung machen Transaktionen effizienter und kostengünstiger
Stablecoins entwickeln sich laut SVB zum digitalen Geld des Internets. Aufgrund schneller Transaktionen und niedriger Kosten werden sie zunehmend für internationale Zahlungen und Transaktionen zwischen Unternehmen genutzt.
Neue Regulierungen in mehreren Regionen schaffen klare Standards, was die Akzeptanz beschleunigt. Banken wie Société Générale experimentieren mittlerweile selbst mit Stablecoins. Und Kooperationen zwischen Akteuren wie JPMorgan Chase, Bank of America, Citigroup und Wells Fargo erforschen neue digitale Tokens.
Darüber hinaus wächst die Tokenisierung traditioneller Vermögenswerte schnell. Digitale Varianten von Bargeld, Staatsanleihen und Geldmarktinstrumenten überschritten 2025 einen Wert von 36 Milliarden Dollar.
Vermögensverwalter wie BlackRock und Franklin Templeton bieten bereits Fonds an, die Transaktionen direkt auf der Blockchain abwickeln können. Auch Handelsplattformen wie Robinhood experimentieren zum Beispiel mit der Tokenisierung von Aktien.
Harte Arbeiter unsichtbar für die Öffentlichkeit
Zugleich wächst die Überschneidung von Krypto und künstlicher Intelligenz (KI). Im vergangenen Jahr gingen 40 Prozent des Risikokapitals in Krypto an Unternehmen, die auch KI-bezogene Entwicklungen vorantreiben. Neue Anwendungen, darunter autonome KI-Bots, die eigenständig Transaktionen durchführen und Blockchain-Technologie nutzen, um Vertrauen und Verifikation innerhalb der Systeme zu verbessern.
SVB zufolge wird die Auswirkung auf Verbraucher meist unsichtbar bleiben. Zukünftige Fintech-Apps werden möglicherweise keinen Schwerpunkt auf Krypto legen, während im Hintergrund Stablecoins, Tokenisierung und KI die Arbeit erledigen.
Die Bank schließt, dass sich Krypto zu einer fundamentalen finanziellen Infrastruktur entwickelt. Obwohl Preisschwankungen bestehen bleiben, liegt die strukturelle Veränderung vor allem in der Integration der Blockchain in Zahlungsverkehr, Reserven und Kapitalmärkte.
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