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Russland hat den Export von Diesel vorübergehend ausgesetzt, nachdem ukrainische Drohnenangriffe mehrere Raffinerien beschädigt haben. Wegen der Ausfälle kämpft das Land mit Kraftstoffengpässen. Moskau will den verfügbaren Diesel deshalb im Inland halten.
Die Entscheidung erhöht den Druck auf den globalen Kraftstoffmarkt. Der Energiemarkt stand bereits wegen des Kriegs um Iran und der Störungen in der Straße von Hormus unter Belastung. Russland stellte im vergangenen Jahr rund elf Prozent des weltweiten Dieselangebots und ist nach den USA der größte Diesel-Exporteur der Welt.
Das Exportverbot gilt bis einschließlich 31. Juli. Nur Lieferungen, die unter internationale Vereinbarungen fallen, dürfen weiterlaufen.
„Wir haben heute ein Ausfuhrverbot für Diesel eingeführt. Damit können wir die Versorgung des Binnenmarkts erhöhen“, sagte Vizepremier Alexander Novak bei einer Beratung mit Präsident Wladimir Putin.
Der Markt reagierte umgehend. Die Prämie europäischer Dieselfutures gegenüber Rohöl, ein wichtiger Gradmesser für die Knappheit am Markt, stieg am Mittwoch auf mehr als 60 Dollar je Barrel. Das ist der höchste Stand seit mindestens 2011.
Nach russischen Angaben haben die verstärkten ukrainischen Drohnenangriffe die Raffineriekapazität auf den niedrigsten Stand seit Jahren gedrückt. Moskau versucht, die Schäden abzufedern, indem Raffinerien mit maximaler Auslastung betrieben, Wartungsarbeiten verschoben und strategische Reserven genutzt werden.
Dennoch bleibt die Lage laut Novak angespannt. In mehreren Regionen wurde inzwischen Treibstoff rationiert, und der Dieselpreis an den Tankstellen stieg in der vergangenen Woche um 3,4 Prozent. Das ist der stärkste wöchentliche Anstieg seit Ende 2010.
Um Engpässe zu überbrücken, will Russland in diesem Monat sogar Ölprodukte importieren und vorübergehend Kraftstoffe einer niedrigeren Umweltklasse herstellen.
Für den globalen Energiemarkt kommt das Exportverbot zu einem heiklen Zeitpunkt. Wegen des Kriegs um Iran ist das Kraftstoffangebot bereits gesunken, zugleich sorgen die Spannungen an der Straße von Hormus für zusätzliche Unsicherheit.
Mit dem vorübergehenden Ausfall des zweitgrößten Diesel-Exporteurs der Welt wächst der Druck auf den Markt weiter. Obwohl weltweit weiterhin ausreichend Rohöl verfügbar ist, wird ausgerechnet Diesel knapper. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Kraftstoffpreise in den kommenden Wochen hoch bleiben.
Die USA haben die Ausnahmegenehmigung aufgehoben, die Iran den Verkauf seines Öls erlaubte. Mehr als 60 Millionen Barrel liegen nun ohne Käufer auf See.
Im Juni kaufte China 15 Tonnen Gold hinzu – der größte Monatszukauf seit fast zwei Jahren, und das bei einem deutlich fallenden Goldpreis.
Ein beladener LNG-Tanker aus Katar ist nahe der Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen worden. Der Gaspreis stieg, die Waffenruhe gerät weiter ins Wanken.
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