Vor einigen Jahren waren Krypto und der traditionelle Finanzsektor noch weit voneinander entfernt. Mittlerweile scheinen sich die Entwicklungen in einem rasanten Tempo zu folgen. Auch Ripple, das Unternehmen hinter der XRP-Krypto, möchte sich nun ernsthaft unter den etablierten Namen einreihen. Und das hat alles mit ihrer Stablecoin RLUSD zu tun, so das Wall Street Journal.
Ripple beantragt Banklizenz in den USA
Ripple hat diese Woche offiziell einen Antrag auf eine nationale Banklizenz beim amerikanischen Office of the Comptroller of the Currency (OCC) eingereicht. Das Wall Street Journal schrieb heute Nachmittag als Erster darüber, danach bestätigte Ripple CEO Brad Garlinghouse die Nachricht.
Wenn der Antrag genehmigt wird, steht Ripple unter direkter Bundeskontrolle. Es wäre eine Premiere für das Kryptounternehmen, das auch bereits eine Lizenz vom New Yorker Aufsichtsbehörde (NYDFS) besitzt.
Dies bedeutet, dass Ripple bald sowohl auf staatlicher als auch auf Bundesebene reguliert wäre. Laut CEO Brad Garlinghouse wäre dies ein „neuer und einzigartiger Maßstab für Vertrauen“ im Stablecoin-Markt.
Der Antrag passt in eine breitere Strategie. Früher in dieser Woche klopfte bereits das Tochterunternehmen von Ripple, Standard Custody & Trust Company, ebenfalls bei der Regierung an. Dies geschah für ein sogenanntes Masterkonto bei der amerikanischen Zentralbank (Federal Reserve).
Damit könnte Ripple die Reserven hinter ihrer Stablecoin RLUSD direkt bei der Federal Reserve (Fed) unterbringen. Dies wäre ein Schritt, der nicht nur die Kosten senkt, sondern auch das Risiko verringert. Indem das Geld direkt bei der Zentralbank geparkt wird, weiß Ripple, dass die Reserven sicher sind.
Die Aktionen kommen übrigens nicht aus heiterem Himmel. Unter Präsident Donald Trump herrscht jetzt ein völlig anderes Klima als unter seinem Vorgänger. Seine Politik ruft viel Diskussion und Kritik hervor, war aber bisher sehr vorteilhaft für die Kryptoindustrie.
So ist der Genius Act mittlerweile vom Senat genehmigt worden. Dieser Gesetzesvorschlag soll klare Regeln für Stablecoins einführen, etwas, das die Kryptoindustrie schon lange fordert. Es wartet jetzt nur noch auf die Zustimmung des Repräsentantenhauses.
Ausbruch des XRP-Kurses
Die Nachricht führte zu einem leichten Anstieg des XRP-Kurses. Heute Nachmittag war die digitale Währung noch 2,18 Dollar wert, aber zum Zeitpunkt des Schreibens steht sie bei 2,24 Dollar. Das ist ein Anstieg von 2,75 Prozent.
Auffallend genug bedeutet dies auch einen Durchbruch eines wichtigen Widerstandsniveaus. Die Grenze von 2,20 Dollar erwies sich in der Vergangenheit immer wieder als schwieriges Hindernis, auf das XRP oft zurückfiel. Diese Nachricht gab jedoch genug Schwung, um nun hindurchzubrechen. Wenn der Token dieses Niveau halten kann, könnten wir bald noch höhere Preise sehen.
Übrigens ist XRP nicht die einzige Münze, die einen großen Anstieg verzeichnet hat. Bitcoin (BTC) hat zum ersten Mal seit Wochen die 109.000 Dollar durchbrochen und eigentlich stehen alle Altcoins deutlich im Plus.
Der XRP-Kurs könnte noch einen zusätzlichen Schub bekommen, wenn es zu einem endgültigen Ende im langwierigen Rechtsstreit zwischen Ripple und der Securities and Exchange Commission (SEC) kommt. Nach Jahren rechtlichen Tauziehens hat Ripple selbst einen Schlussstrich unter den Konflikt mit der Behörde gezogen. CEO Brad Garlinghouse bestätigte letzte Woche Donnerstag auf X, dass das Unternehmen seine Berufung zurückzieht. Die SEC wird voraussichtlich folgen.
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