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Ripple, das Unternehmen hinter der Kryptowährung XRP, ist regulatorisch endgültig in Europa angekommen. Kurz nach dem vorläufigen grünen Licht der luxemburgischen Aufsicht liegt nun die vollständige MiCA-Lizenz vor. Gleichzeitig hat eine strikte Frist in der vergangenen Woche Tausende Kryptoplattformen aus dem Markt gedrängt.

Luxemburg erteilt endgültig grünes Licht

Die luxemburgische Finanzaufsicht CSSF hat die vorläufige Genehmigung vom Juni in eine vollwertige CASP-Lizenz umgewandelt. Dabei handelt es sich um eine Zulassung für Kryptounternehmen, die Dienstleistungen wie die Verwahrung und den Handel digitaler Coins anbieten.

Mit dieser einen Zulassung darf Ripple in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) tätig werden. Die Lizenz funktioniert damit wie ein Pass für die gesamte Region.

„Mit der CASP-Zulassung geht Ripple nach der Übergangsphase vollständig MiCA-konform in die neue Regulierungsära und kann sein Geschäft nun ausbauen“, sagt Cassie Craddock, Direktorin für Großbritannien und Europa bei Ripple.

„Die Institute, mit denen wir in ganz Europa zusammenarbeiten, wollen ihre Angebote für digitale Vermögenswerte mit regulierten Partnern aufbauen. Ripple verfügt über die nötige Lizenz und kann diese Nachfrage bedienen.“

Die neue Lizenz kommt zusätzlich zur EMI-Zulassung, die Ripple im Februar bereits in Luxemburg erhalten hatte. Zusammen bilden beide Genehmigungen eine vollständig regulierte Zahlungsinfrastruktur für Krypto. Weltweit verfügt das Unternehmen inzwischen über mehr als 75 Lizenzen, von der FCA-Zulassung in Großbritannien bis zur BitLicense in New York.

Warum Ripple so viele Lizenzen braucht

Bitcoin braucht keine Zulassung, und das gilt auch für die meisten Kryptoprojekte. Es handelt sich um offene Netzwerke ohne Eigentümer; es gibt schlicht niemanden, der reguliert werden könnte.

Bei Ripple ist die Lage völlig anders. Das Unternehmen verwaltet Kundengelder, wickelt Zahlungen ab und verwahrt Krypto. Das sind klassische Finanzdienstleistungen, für die strenge Regeln gelten.

Das wichtigste Produkt ist Ripple Payments. Damit können Banken und Unternehmen Geld grenzüberschreitend transferieren, ohne die langsame Kette von Korrespondenzbanken zu nutzen. Über die Plattform wurden bereits mehr als 100 Milliarden Dollar in 60 Ländern abgewickelt.

Darüber hinaus verwahrt Ripple Krypto für Kunden (Custody), und große Marktteilnehmer können über Ripple Prime in großem Umfang handeln. Zudem gibt das Unternehmen den Dollar-Stablecoin RLUSD aus. Dieser Coin wartet in Europa allerdings noch auf eine eigene Zulassung nach den MiCA-Regeln.

Gerade weil Ripple Banken und große Institutionen bedient, sind all diese Genehmigungen unverzichtbar. Solche Akteure dürfen häufig nicht einmal mit einem Kryptounternehmen zusammenarbeiten, wenn die erforderlichen Lizenzen fehlen.

Frist drängt Konkurrenz aus dem Markt

MiCA wurde vor drei Jahren als erstes umfassendes Kryptogesetz Europas verabschiedet und gilt seit dem 1. Juli vollständig.

Die Verordnung ersetzte einen Flickenteppich nationaler Regeln. Bis dahin konnten Kryptounternehmen noch nach den jeweiligen Vorgaben ihres Heimatlandes arbeiten, doch diese Übergangsfrist ist in der vergangenen Woche endgültig abgelaufen.

Seitdem ist eine MiCA-Lizenz Pflicht, um europäische Kunden zu bedienen. Wer ohne Zulassung weitermacht, verstößt gegen das Gesetz und riskiert hohe Geldbußen oder ein Verbot seiner Dienste.

Während Europa zuvor mehr als 3.000 registrierte Kryptounternehmen zählte, sind es jetzt nur noch 283. Auf dieser Seite lässt sich genau nachsehen, welche Plattformen über eine Lizenz verfügen. Binance ist der größte Name, der zum Rückzug gezwungen wird. Nutzer müssen ihre Coins zwangsläufig zu einem regulierten Anbieter übertragen.

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