Stuart Alderoty, Chef der Rechtsabteilung bei Ripple Labs, äußerte seine Bedenken über mögliche Interessenkonflikte des ehemaligen Beamten der US Securities and Exchange Commission (SEC), Bill Hinman.
Alderoty betonte energisch: „John Reed Stark, ein bekannter Krypto-Kritiker und ehemaliger SEC-Beamter, hat darauf hingewiesen, dass eine Untersuchung gegen Bill Hinman angebracht wäre. Dies geht weit über die Interessen von Ripple hinaus – es könnten ernsthafte, bedeutende Interessenkonflikte im Zusammenhang mit einem Regierungsbeamten ans Licht kommen. Eine gründliche Untersuchung könnte dies bestätigen oder widerlegen und diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die möglicherweise verantwortlich sind.“
Aufruf zur FBI-Untersuchung
Alderotys Aussage folgte auf die Aussagen von John Reed Stark, der auf verschiedene Berichte über Hinmans Interessenkonflikte hinwies. Laut dem ehemaligen SEC-Beamten Stark sollte eine FBI-Untersuchung eingeleitet werden. Sollte sich Fehlverhalten von Hinman herausstellen, sollte das US-Justizministerium tätig werden.
Kontroverse Rede
2018 hielt William Hinman, der damals Direktor der Corporation Finance Division der SEC war, eine Rede, die seitdem zum Zentrum einer hitzigen Debatte geworden ist, vor allem im Licht der von der SEC gegen Ripple erhobenen Klage.
Mitte Juni stellten Ripple und Alderoty eine Reihe von E-Mails und Entwürfen dieser Rede der Öffentlichkeit zur Verfügung. Aus diesen Dokumenten ging hervor, dass Hinman mehrere Warnungen ignoriert hatte, dass seine Rede auf unbegründeten Analysen ohne gesetzliche Grundlage basierte und dass sie keinen Bezug zu den Howey-Faktoren hatte, einem bekannten rechtlichen Rahmen in den USA zur Bestimmung, ob bestimmte Transaktionen als Wertpapiere betrachtet werden sollten.
Obwohl Hinman behauptete, dass die Rede Ausdruck seiner persönlichen Meinung war, unterstrich Alderoty verschiedene Inkonsistenzen. Alderoty sagte: „Hinman mag behaupten, dass die Rede seine persönliche Meinung widerspiegelte, aber er und die SEC haben sie als Leitlinie vorgeschlagen.“
Diese Inkonsistenz wird noch auffälliger, wenn man bedenkt, dass die Rede trotz ihres umstrittenen Charakters immer noch auf der Website der SEC zu finden ist.
Die Rolle der Ethereum Gründer und Hinman
Wie zuvor von Newsbit berichtet, bemüht sich auch Empower Oversight, eine unabhängige Aufsichtsbehörde, um mehr Transparenz hinsichtlich der engen Verbindungen zwischen Joseph Lubin, Mitbegründer von Ethereum, seinem Unternehmen Consensys, Vitalik Buterin (ebenfalls Mitbegründer von Ethereum) und William Hinman. Ihre kürzlich veröffentlichten Dokumente, die aufgrund einer Anfrage nach dem US-amerikanischen Freedom of Information Act (FOIA) erhalten wurden, haben die Aufmerksamkeit auf Hinmans berüchtigte Rede von 2018 noch verstärkt.
Aus den veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass „Joseph Lubin und sein Unternehmen Consensys eine viel bedeutendere Rolle spielten, als bisher angenommen wurde, bei der Gestaltung der Ideen und Ziele von William Hinman, dem damaligen Direktor der SEC-Division Corporation Finance, während seiner aufsehenerregenden Rede über Kryptowährungen am 14. Juni 2018.“ Diese Entdeckung ist äußerst relevant, insbesondere angesichts der Haltung, die die SEC danach gegenüber bestimmten Kryptowährungen wie XRP einnahm, die sie als nicht registrierte Wertpapiere klassifizierten.
Aufruf zur Transparenz
Angesichts dieser Enthüllungen betonte Alderoty nachdrücklich die Notwendigkeit von Rechenschaftspflicht und Offenheit. Er argumentiert: „Es sollte eine Untersuchung durchgeführt werden, um festzustellen, wer oder was Hinman beeinflusst hat, warum mögliche Interessenkonflikte (oder zumindest der Anschein davon) übersehen wurden, und warum die SEC Hinmans Rede öffentlich unterstützte, obwohl vorausgesagt wurde, dass dies zu ‚größerer Verwirrung‘ führen würde.“
Darüber hinaus werfen die Beteiligung wichtiger Personen von Ethereum an der Gestaltung von Hinmans Rede Fragen über die Objektivität der Entscheidungsfindung der SEC auf. Die Dokumente heben Treffen zwischen Hinman und Individuen hervor, die möglicherweise Interessenkonflikte hatten, was die Bedeutung einer gründlichen Untersuchung noch verstärkt.
Es ist bemerkenswert, dass die Ereignisse um Hinmans Rede von 2018 und die darauffolgenden Enthüllungen eine neue Dimension in die Debatte über die Regulierung von Kryptowährungen eingebracht haben. Im Licht von Forderungen nach umfassenden Untersuchungen und größerer Transparenz wartet der amerikanische Krypto-Sektor auf Klarheit. Man hofft auf einen Regulierungsrahmen, der sowohl fair als auch gut informiert ist.
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