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Ripple wagt einen weiteren Schritt in den KI-Sektor. Über seine Entwicklerabteilung RippleX hat das Unternehmen das XRP Ledger AI Starter Kit vorgestellt, ein Paket von Entwicklerwerkzeugen, mit denen KI-Agenten eigenständig Zahlungen über das XRP Ledger (XRPL) abwickeln können.
Mit der Einführung zielt Ripple auf den schnell wachsenden Markt für autonome KI-Systeme ab. Diese Systeme sollen zukünftig in der Lage sein, digitale Dienste eigenständig zu nutzen, zu kaufen und abzurechnen, ohne dass ständig menschliches Eingreifen erforderlich ist.
Das XRP Ledger AI Starter Kit wurde am 10. Juni eingeführt und wird schrittweise ausgerollt. Zunächst richtet sich Ripple an Entwickler, die KI-Anwendungen auf dem XRP Ledger entwickeln möchten.
Laut Ripple ist das Netzwerk besonders geeignet für eine Zukunft, in der KI-Systeme eigenständig Transaktionen durchführen. Das Unternehmen verweist dabei auf die schnelle Zahlungsabwicklung, die niedrigen Transaktionskosten und die integrierten Zahlungsfunktionen des XRP Ledger.
Ripple erwartet, dass diese Eigenschaften zunehmend an Bedeutung gewinnen, je mehr Aufgaben KI-Agenten eigenständig übernehmen. Zum Beispiel beim Bezahlen digitaler Dienste, dem Erwerb von Daten oder dem Zugang zu KI-Modellen, ohne dass dafür ständig menschliche Genehmigungen nötig sind.
„Das XRP Ledger wurde mit vielen dieser Eigenschaften im Sinn entwickelt. Während autonome Zahlungen den Schritt vom Experiment zur breiten Akzeptanz machen, werden diese Möglichkeiten immer wichtiger“, so Ripple.
Das Herzstück des neuen Starterkits ist die Unterstützung für X402, ein offenes Protokoll, das es Software ermöglicht, Zahlungen online eigenständig abzuwickeln. Dadurch können KI-Agenten Transaktionen durchführen, ohne dass ein Nutzer jede Zahlung manuell genehmigen muss.
Über das Infrastrukturunternehmen t54, ein Startup, in das Ripple zuvor investierte, wurde das XRP Ledger nun als unterstütztes Netzwerk innerhalb des X402-Ökosystems hinzugefügt.
Das ermöglicht es KI-Agenten, Dienstleistungen mit XRP und der Stablecoin Ripple USD (RLUSD) zu bezahlen. Dazu zählen der Zugang zu KI-Modellen, API-Anfragen, Cloud-Speicher oder andere digitale Dienste, die ein KI-System benötigt, um eigenständig zu funktionieren.
Die Einführung geht über reine Zahlungen hinaus. Das XRP Ledger AI Starter Kit enthält auch Werkzeuge für Entwickler, die KI-Anwendungen bauen. So können KI-Assistenten wie Claude Code, Claude Desktop und Cursor über einen speziellen Model Context Protocol-Server direkt Informationen aus der Dokumentation des XRP Ledger abrufen.
Damit möchte Ripple die Hürden für Entwickler senken, die KI-Anwendungen mit Blockchain-Technologie und digitalen Zahlungen kombinieren wollen.
Bemerkenswerterweise fiel die Einführung des XRP Ledger AI Starter Kits mit der Vorstellung von Mastercard Agent Pay for Machines (AP4M) zusammen.
Diese neue Plattform soll autonome Zahlungen zwischen Maschinen ermöglichen und wird von mehr als dreißig Partnern, darunter Ripple und t54, unterstützt.
Markus Infanger, Senior Vice President von RippleX, erklärt, dass das XRP Ledger in diesem System als Abwicklungsebene für Zahlungen dienen kann.
Er verweist dabei auf die schnelle Transaktionsabwicklung, vorhersehbare Kosten, integrierte Compliance-Möglichkeiten und vollständige Transparenz des Netzwerks.
Der Schritt in Richtung KI könnte langfristig zu mehr Aktivität auf dem XRP Ledger führen. Wenn KI-Agenten tatsächlich in großem Umfang eigenständig Dienstleistungen beziehen und bezahlen, entsteht ein völlig neuer Markt für Blockchain-Netzwerke.
Das könnte sich auch positiv auf XRP auswirken. Das XRP Ledger verzeichnete in den vergangenen Monaten bereits eine steigende Akzeptanz, wobei die Anzahl der Adressen im Netzwerk auf ein Rekordniveau stieg.
Mit der Einführung von KI-Zahlungen versucht Ripple nun, sich in einem Markt zu positionieren, der nach Meinung vieler Analysten in den kommenden Jahren zu einer Billionen-Dollar-Industrie heranwachsen könnte.
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